Paul Müller erzählt, was geschah

Sturz beim Faschingszug: "Ich hatte Riesenglück"

Student Paul Müller (23) stürzte unglücklich in den Umzugswagen.

München - Der Sturz hielt am Sonntagmittag die Innenstadt in atem: Paul Müller fiel beim Faschingszug unglücklich in den Umzugswagen. Hier erzählt er, was wirklich geschah:

Auf der angeknacksten Nase klebt ein Pflaster, der Rücken ist geprellt. Es sind die Folgen des dramatischen Sturzes, der am Sonntagmittag die Innenstadt in Atem hielt (tz berichtete). Paul Müller (23) heißt der junge Mann, den Rettungskräfte mit einer Spezialtrage abtransportierten – mit Verdacht auf Wirbelbruch. Bereits am Abend konnte er die Chirurgische Klinik wieder verlassen. „Ich hatte großes Glück“, sagt der Student. Mit Brumm-Schädel und Kater sitzt er seitdem zu Hause bei den Eltern in Penzberg. In der tz erzählt er, was wirklich beim Faschingsdrama geschah!

Von dieser Empore (rechts oben) stürzte der junge Mann (23) in das Wageninnere.

„Zwei Wochen lang hatte ich nichts getrunken, am Sonntag dann viel zu viel. Ich hatte einen Totalausfall“, sagt Paul, der als Elefant verkleidet war. Nur 500 Meter weit kommt der Umzugswagen von der Pimp My Faschingswagen Crew Olching, dann stürzt er ins Innere des Wagens – etwa 1,10 Meter tief. „Paul stand oben links neben der Treppe. Er hat das Gleichgewicht verloren und ist rückwärts durch die Absperrkette gebrochen, die als Fallschutz zwischen zwei Pfosten hing“, sagt Alex Englisch von der Crew. „Unten ist er auf einen Mitfahrer draufgekracht, das hat seinen Sturz noch abgefedert – sonst wäre es sicher schlimmer ausgegangen. Paul hat stark geblutet. “ Und: „Er hat gar nicht mehr richtig reagiert, als er umgefallen ist.“ Der Unglücksrabe selbst hatte nämlich 2,03 Promille im Blut – an den Unfall um 13:30 Uhr kann er sich nicht erinnern. „Ich kam erst wieder zu mir, als sich Ärzte über mich beugten.“ Mit einer Schaufeltrage transportieren sie den Verletzten ab. Auch für seine Spezln von der Pimp My Faschingswagen Crew ist der Umzug gelaufen – die Polizei zieht sie aus dem Verkehr. „Die ganze Sache tut mir total leid. Ich möchte mich bei allen entschuldigen“, sagt Paul.

Außer seinem Nasenbeinbruch hat der Vorfall wohl keine Konsequenzen für ihn. Seine Faschingsfreunde dagegen sorgen sich jetzt um ihren Ruf – seit zehn Jahren fahren sie bei Umzügen in der Region mit. „Es ist uns wichtig zu betonen, dass unser Umzugswagen vom TÜV geprüft und genehmigt war“, sagt Alex Englisch. Paul ergänzt: „Der Aufbau des Wagens ist nicht Schuld an dem Unfall, sondern ich selbst.“ Die Gruppe will bald wieder an Faschingszügen teilnehmen. „Wir haben bereits Kontakt zu den Veranstaltern aufgenommen und grünes Licht für die Teilnahme erhalten.“ Und Paul? Er darf wohl auch mit. „Wir werden aufpassen, dass so etwas nicht wieder vorkommt.“

Andreas Thieme

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