Alkohol-Trip nach Sommerempfang

Suff-Fahrt im Lehel: Polizei stoppt Politiker

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Bernhard Pohl unter den Gästen am Dienstag beim Sommerempfang.

München - Bernhard Pohl, der Vize-Fraktionschef der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, hat nach dem Sommerempfang des Parlaments tief ins Glas geschaut und sich trotzdem hinters Steuer gesetzt.

Der Abend hätte perfekter nicht sein können – super Wetter, schicke wie politisch gewichtige Leute und mittendrin der Freie-Wähler-Abgeordnete Bernhard Pohl (50) aus Kaufbeuren. Doch für ihn nahm der Sommerempfang des Bayerischen Landtags auf Schloss Schleißheim am Dienstag einen unliebsamen Verlauf – er wurde von der Polizei im Lehel auf der Heimfahrt wohl betrunken am Steuer erwischt. Pohl, Vize-Fraktionschef der Freien Wähler, räumte am Freitag den Vorwürfe ein. „Ja, es stimmt, dass ich in der Nacht zum vergangenen Mittwoch von der Polizei alkoholisiert in meinem Auto angetroffen wurde. Ich bedauere dies zutiefst und möchte mich für mein Fehlverhalten entschuldigen.“

Bernhard Pohl.

Als erstes erfuhr der Bayerische Rundfunk davon. Demnach fiel der BMW wegen der unsicheren Fahrweise des Lenkers in der Oettingenstraße auf, nahe des Landtags. Versuche, den Wagen durch Einschalten des Blaulichts und Zeichen mit der Kelle zu stoppen, seien erfolglos geblieben, gaben die Beamten zu Protokoll. Der Fahrer habe schließlich in der Alexandrastraße aus seinem Auto geholt werden können. Die Beamten rochen Alkohol. Außerdem habe sich der BMW-Fahrer an seinem Wagen festhalten müssen, um nicht umzufallen. Pohl wollte oder konnte wohl nicht ins Alkoholmessgerät blasen. Da­raufhin wurde er zur Blutprobe ins Institut für Rechtsmedizin gefahren. Das Ergebnis steht noch aus.

Der Allgäuer Landtagsabgeordnete, von Beruf Rechtsanwalt, fiel schon früher wegen Verkehrsdelikten auf. Im Jahr 2011 war er wegen dichten Auffahrens und Tempoverstoßes angezeigt worden. Pohl hatte später behauptet, ein Bekannter habe den Wagen gesteuert, was nicht stimmte. Dies brachte Pohl einen Strafbefehl und ein Verfahren vor dem Anwaltsgerichtshof ein. Zum aktuellen Vorwurf ließ Pohl weiter wissen: „Dieser Vorfall ist mir eine Lehre fürs Leben und wird sich nicht mehr wiederholen.“

Diese Strafen drohen Alkoholsündern

Für Fahranfänger innerhalb der Probezeit und Jugendliche unter 21 Jahren gilt ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille erwischt wird, muss 500 Euro zahlen, bekommt zwei Flensburg-Punkte und einen Monat Fahrverbot. Bereits dann kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU, genannt „Idiotentest“) Voraussetzung sein, um die Fahrerlaubnis wieder erteilt zu bekommen. Mehrfachtäter müssen bis zu 1500 Euro zahlen und erhalten drei Monate Fahrverbot. Fahren mit mehr als 1,1 Promille gilt als Straftat, die mit Freiheits- oder Geldstrafe (bis zu 3000 Euro) geahndet wird, dazu drei Punkte und mindestens sechs Monate Führerscheinsperre.

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