Im absoluten Halteverbot

Touristen-Stau am Isartor: Stadt soll Bus-Chaos auflösen

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Obwohl ein Parkverbot gilt, halten viele Busfahrer am Thomas-Wimmer-Ring auf der Abbiegespur.

Seit Monaten staut sich der Verkehr am Thomas-Wimmer-Ring. Schuld sind die internationalen Reisebusse gefüllt mit Touristen. Der Bezirksausschuss fordert eine lange fällige Lösung des Problems.

Es ist seit Monaten ein Ärgernis: Am Thomas-Wimmer-Ring staut sich der Verkehr regelmäßig zweispurig, weil dort internationale Reisebusse auf der Rechtsabbiegerspur halten. Sie lassen Touristen ein- und aussteigen, obwohl sie das an dieser Stelle gar nicht dürften. Die meisten Busfahrer handeln aus Gewohnheit. Denn bevor die Baustelle für die Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring eingerichtet wurde, gab es hier eine legale Möglichkeit für Busse, anzuhalten. Nun möchte der zuständige Bezirksausschuss (BA) Oberbürgermeister Dieter Reiter und das Planungsreferat dazu auffordern, bis Mitte des kommenden Jahres einen Plan zu erstellen, der die Bus-Situation rund um den Altstadtring entspannt.

Die Geschäfte an Verkehrs-Brennpunkten wie am Thomas-Wimmer-Ring sind auf die Touristenströme angewiesen. Das weiß auch der zuständige Bezirksausschuss Altstadt-Lehel. Doch eine vernünftige Lösung, die Autofahrer, Busreisende, Geschäftsleute, Lokalpolitiker und Anwohner zufriedenstellen konnte, wurde bisher nicht gefunden. „Wir sehen durchaus, dass hier die Geschäftsleute Einnahmeverluste hätten, wenn die Busse nicht mehr am Isartor halten würden“, sagt der stellvertretende BA-Vorsitzende Wolfgang Püschel. Doch Fakt ist: Hier herrscht eigentlich absolutes Halteverbot. Püschel und weitere BA-Mitglieder wie Jürgen-Peter Pinck (SPD) und Jörg Hoffmann (FDP) sind verärgert. „Oft herrscht der Eindruck, dass das Planungsreferat von uns eine Lösung erwartet. Aber wir haben doch gar keine Zeit, solche Verkehrspläne zu erarbeiten. Das ist doch Aufgabe der Behörde“, sagt Pinck.

Hoffmann vergleicht die Situation mit dem Max-Joseph-Platz. Er glaubt, dass die Stadt unterschiedliche Maßstäbe ansetzt, versteht aber nicht warum: „Wenn der Bürgermeister sagt, der Platz vor der Oper muss frei von Bussen sein, dann passiert das rigoros – und das wird auch kontrolliert. Aber am Thomas-Wimmer-Ring geschieht nichts!“ Wie berichtet gilt seit gestern vor der Staatsoper ein absolutes Einfahrverbot für Busse. Wie der Busverkehr hier langfristig fließen soll, ist aber noch nicht entschieden.

Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel ist sich grundsätzlich einig, der konkrete Beschluss soll in der Dezember-Sitzung fallen und der Brief mit der Forderung nach einem sinnvollen Verkehrsplan noch dieses Jahr an OB Reiter geschickt werden. Eine weitere Forderung des BA: Die alternativen Bus-Parkplätze in der Frauenstraße sollen wieder aufgehoben werden. Denn laut BA sorgen sie auf dieser engen Strecke rund um den Viktualienmarkt für zähe Verkehrsverhältnisse.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

inc

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