Viele bekannte Wirte in der Verlosung

Der Tambosi-Poker: Wer übernimmt das ehemalige Pracht-Café?

+
Wer bekommt den Zuschlag? Das Tambosi am Hofgarten dürfte zu den begehrtesten Lokalitäten in München gehören.

München - Es wird spannend. Wer führt künftig das Traditionslokal Tambosi am Hofgarten? Viele Interessenten scheinen sich zu positionieren. Die Entscheidung ist schon gefallen.

Das große Geheimnis ums Tambosi: Wer wird das Traditionslokal am Hofgarten übernehmen? Darüber rätselt seit Wochen ganz München. Die Frage sollte aber eigentlich anders lauten: Wer kann sich das Tambosi überhaupt leisten? Denn wie die tz erfuhr, beträgt alleine die Pacht für das ehemalige Pracht-Café stolze 60.000 Euro. Im Monat, versteht sich! Und allein deswegen haben schon viele Gastronomen dankend abgewunken.

720.000 Euro Miete pro Jahr - kein Pappenstiel. Derzeit wird das berühmte Gebäude, das der Inselkammer-Gruppe gehört, grundsaniert. Ein Blick ins Innere verrät: Von der alten Einrichtung bleibt nichts, die Räume bekommen nicht nur frischen Anstrich, sondern werden komplett neu gestaltet. Soll hier also anstatt eines Cafés bald ein nobles Restaurant Gäste anlocken?

So sieht derzeit die Innenansicht des Tambosi aus.

Promi-Wirt Crocamo als Berater tätig

Schon länger wird gemunkelt, dass Promi-Wirt Ugo Crocamo („H’ugo’s“) dem Traditionshaus seinen Stempel aufdrücken wird. Was auch stimmt, denn der Gasto-Experte ist als Berater tätig, wie er der tz verriet.

„Wegen meines außergewöhnlichen Außenbereichs in Starnberg wurde ich gebeten, Pläne zu zeichnen, wie man das Tambosi gestalten könnte“, so der 45-Jährige. Ob er das Lokal auch als Chef führt? „Nein, das macht jemand anderer.“

Wer auch immer der Mann im Vordergrund ist - den Zuschlag hat er nach unseren Informationen bereits erhalten. Unklar, ob es ein eher unbeschriebenes Blatt aus der Münchner Szene oder ein international renommierter Profi wie Jamie Oliver ist - der englische Starkoch macht ja bekanntermaßen ein Restaurant in München auf. Bisher verriet er nur, dass es „im Umfeld des Englischen Gartens ist“.

Jamie Oliver eröffnet ein Restaurant „im Umfeld des Englischen Gartens“.

Käfer lobt: „Interessantes Objekt“

Beim Poker ums Tambosi saß auch Michael Käfer am Tisch. „Das ist ein interessantes Objekt“, so der Feinkost-König zur tz. „Ich habe aber genug Anderes am Laufen.“ Ähnliche Worte hören wir auch von Vollblut-Wirt Rudi Kull. In der Gastro-Szene wird auch der Name Christian Schottenhamel gehandelt. Der sagt aber, er habe „genug mit dem Umbau am Nockherberg zu tun“.

Tatsache ist jedenfalls: Um die Pacht erwirtschaften zu können und bei den hohen Nebenkosten auch noch Gewinn zu machen, muss das Tambosi neue Wege gehen. Nur mit Studenten und Spaziergängern, die in der Sonne einen Cappuccino schlürfen, kommt man hier auf keinen grünen Zweig.

Beim Kauf der Immobilie soll Jannik Inselkammer (der tragischerweise 2014 tödlich verunglückte) rund 14 Millionen Euro für das Eckhaus auf den Tisch gelegt haben. Mehrere Millionen sollen zudem noch in die Renovierung gesteckt worden sein.

War zuletzt Pächter des Tambosi: Frank Waldecker, hier mit seiner Gattin Andrea.

Tambosi ist Kult

Genau genommen gibt es das Café am Hofgarten schon seit 1775. Nach mehrmaligem Wirtewechsel pachtete am 25. November 1810 der Traiteur Luigi Tambosi aus Trient das elegante Kaffeehaus - ein Feinkostspezialist, dessen Name mehr als 207 Jahre später noch jedem Münchner ein Begriff ist. Übrigens: Die Terrasse mit Blick auf Feldherrnhalle und Theatinerkirche fasst 120 Besucher, auf der Freifläche im Hofgarten ist Platz für weitere 600 Gäste. Bis vor Kurzem war Frank Waldecker der Pächter des Lokals, und das seit 1997 - doch er warf wegen der „immensen Mieterhöhung“ hin, die ihm angekündigt worden war. Bald will er ein neues Lokal in München starten.

Armin Geier, Mike Eder

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Video: Das ergaben die Ermittlungen zum OEZ-Amoklauf
Video: Das ergaben die Ermittlungen zum OEZ-Amoklauf

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare