Kundgebungen in mehreren Städten

PKK-Gegner demonstrieren in Bayern

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Die Demo am Max-Joseph-Platz.

München - Türkische Nationalisten haben am Wochenende in Nürnberg, Augsburg und München Kundgebungen mit großem Zulauf abgehalten.

In Nürnberg versammelten sich nach Polizeiangaben rund 1200 Menschen auf dem Jakobsplatz, um anschließend durch die Innenstadt zu ziehen. Unterwegs stießen noch einmal 800 Demonstranten zu dem Umzug hinzu. Nach Polizeiangaben lief die Veranstaltung friedlich ab.

Hinter den Veranstaltern, die die Demonstration als Privatpersonen bei der Polizei angemeldet hatten, vermuteten Nürnberger Politiker „ultranationalistische türkische Kräfte“, die gegen die kurdische PKK Stimmung machen wollten. Unter ihnen seien unter anderem bekannte Aktivisten der rechtsextremen türkischen Partei „Graue Wölfe“, so der Nürnberger Stadtrat Titus Schüller (Linke Liste).

Eine Gegenkundgebung fand auf dem Aufseßplatz statt. Unter dem Motto „Für ein friedliches Zusammenleben aller Völker auch in Deutschland - Keine rassistische Gewalt auf unseren Straßen“ versammelten sich dort nach Polizeiangaben rund 150 Teilnehmer.

Auch in Augsburg kamen am Samstagnachmittag mehr als 400 Menschen zu einer Kundgebung türkischer Nationalisten auf dem Rathausplatz zusammen. Die Polizei erteilte dort mehrere Platzverweise, insgesamt blieb die Veranstaltung jedoch friedlich. Zuvor hatten das „Bündnis für Menschenwürde Augsburg und Schwaben e.V.“, der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) und weitere Lokalpolitiker in einer gemeinsamen Erklärung ein Zeichen gegen nationalistischen Hass gesetzt.

„Mit der gleichen Entschiedenheit, wie wir uns rechtsradikalen Nationalsozialisten mit deutscher Herkunft immer wieder entgegengestellt haben, werden wir es nicht dulden, wenn vom Ausland gesteuerte extreme Gruppen auf unseren Straßen offen gegen die Menschenwürde und gegen die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung kämpfen“, heißt es in dem Schreiben. Alle Bürgerinnen und Bürger seien dazu aufgerufen, auf gegenseitige Provokationen zu verzichten.

In München demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 1000 Menschen unter dem Motto „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt, gegen die PKK“. Auch Gegendemonstranten seien vertreten gewesen. Die Demonstration der PKK-Gegner verlief weitgehend friedlich, lediglich eine kleinere Rangelei habe es gegeben, die jedoch von der Polizei aufgelöst wurde, berichtete ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums München.

dpa

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