Großer tz-Stadtteil-Check: Note 2,45

Altstadt-Lehel: Das Herz Münchens

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Der Viktualienmarkt wird auch heuer wieder leuchten.

München - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in der Altstadt und im Lehel. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,45.

Wo wohnen die glücklichsten Münchner? Wie beurteilen die Bürger das Angebot für Kultur, Kinder und Senioren? Wie sauber finden sie ihr Viertel – und wie sicher fühlen sie sich dort? Die tz wollte dies und noch viel mehr im größten Stadtteilcheck Münchens wissen. 7000 Leser haben daran teilgenommen und Noten in 23 Kategorien vergeben. Ausgewertet hat sie der Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik an der Uni Augsburg. Die Studenten haben ihre Ergebnisse dann auch in den einzelnen Vierteln bei Recherchen und Umfragen in der Praxis überprüft. In einer Serie für alle 25 Stadtviertel stellt die tz jetzt die Ergebnisse vor. Heute sind wir unterwegs im herz der Stadt – in der Altstadt und im Lehel. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote von 2,45.

Altstadt-Lehel

Fläche in Hektar: 318,85

Einwohnerzahl: 20 048

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre):

1879

Anteil der Senioren: 3333

Gründungsjahr: 1158 Altstadt, 1314 Lehel

Jahr der Eingemeindung nach München: 1724 Lehel

Grünfläche in Hektar: 683,38

Anzahl der Krippenplätze: 285

Anzahl der Kindergartenplätze: 677

Anzahl der Schulen: 10

Die glücklichsten Münchner leben in Altstadt-Lehel. 1,80 als Glücks-Note: Das ist der Spitzenwert. Auch in der Gesamtnote schneidet das Viertel gut ab: 2,45 über alle Kategorien gerechnet – Platz vier. Unter anderem liegen die Altstadt und das Lehel in Sachen Nachbarschaft, Kulturangebot, Freizeitangebot und Sicherheit ganz vorn. Außerdem gab’s bei Schulen, Seniorenangebot und Sauberkeit Platz zwei, bei der Verkehrsanbindung und der Lebensqualität Platz drei. Das macht sich bei den Kosten bemerkbar: vorletzter Platz bei Mietkosten und Immobilienpreisen. Besonders schlecht abgeschnitten hat der Stadtteil bei Kinderbeutreuung und Vereinsleben – hier ist Altstadt-Lehel sogar das Schlusslicht.

Auf der anderen Seite auch logisch – schließlich ist die Altstadt ja weniger ein Wohn- als ein Geschäftsviertel. Mit Kaufhäusern, mit traditionsreichen Geschäften, mit der Fußgängerzone, mit dem Rathaus und mit dem Viktualienmarkt. Das alles zusammen: Es ist das Herz der Stadt.

Oft unterwegs ist hier Clowness (also weiblicher Clown) Kirstie Handel (33). Sie findet: Mit ihrer Arbeit trägst sie zum Glück im Viertel bei. Denn: „Wer lacht, der ist glücklich.“ Vor allem im Lehel tritt sie immer wieder auf, wird oft für Veranstaltungen gebucht.

Neben solchen Lachern bieten die Altstadt und das Lehel viele weitere Glücksbausteine: Die meisten Bewohner haben genug Geld, es gibt wenig Arbeitslose, die kulturelle Vielfalt übertrifft die anderer Stadtteile bei Weitem. Und, auch wichtig: Gut und gesund essen gehört zum Glück dazu. Da wären wir dann wieder beim Viktualienmarkt …

Ich halte es hier gut aus

Ich lebe seit 78 Jahren im gleichen Haus in der Altstadt. Das hat sich einfach so ergeben: Ich bin hier hängen geblieben. Nachts ist es angenehm ruhig - und so werde ich es weiter gut hier -aushalten. Leider werden es immer mehr Menschen im Stadtteil und ich bin mehr der Einzelgänger.

Hubertus Müller (78), Rentner

Mein Stadtteil-Tipp: Die altehrwürdige -Asamkirche in der Sendlinger Straße

Ich mag die schönen Häuser

Ich liebe dieses alte Viertel, in dem ich sei 51 Jahren lebe. Trotz der Nähe zur Innenstadt ist es ruhig, für manche sogar zu verschlafen. Ich fühle mich in Altstadt-Lehel geborgen und mag die schönen Häuser. Die hohen Mieten und das Aussterben kleiner Geschäfte und Werkstätten sind aber ein Problem.

Elfriede Manz (79), Besitzerin des kleinen Kaufhauses

Mein Stadtteil-Tipp: Die verschiedenen Museen, vor -allem das Bayerische National- und Völkerkundemuseum

Ganz eigenes Ambiente …

Die Architektur und die Leute machen das charakteristische Ambiente der Altstadt aus. Besonders gefallen mir hier die vielen Brunnen und historischen Gebäude, wie das von Herrenbekleidung Hillenbrand am Rindermarkt. Meine Befürchtung ist, dass durch die Moderne die Originalität Münchens verloren geht.

Rudolf Kapfhammer (47), Einzelhandelskaufmann

Mein Stadtteil-Tipp: Natürlich der Viktualienmarkt und das urige Weiße Bräu-haus. Beide Besuche lassen sich leicht verbinden

Ruhe in der Stadt

Ich bin hier geboren und bleibe aufgrund der familiären Atmosphäre im Stadtteil wohnen. Unser Lehel ist schon etwas Besonderes: Wir sind hier mitten in der Stadt und trotzdem ist es total ruhig und gemütlich. Außerdem sind die Häuser hier sehr schön. Probleme sehe ich in unserem Viertel keine.

Alex Kostendt (22), Student

Mein Stadtteil-Tipp: Das lauschige Wirtshaus Tattenbach und die neoromanische Pfarrkirche St. Anna

Termine:

26.11.2013 Der Untergang des Hauses Usher nach Edgar Allan Poe. Residenztheater/Marstall am Marstallplatz 4, Beginn 20 Uhr

29.11.2013 Ethnologischer Salon: Die zufällige und notwendige Beziehung von Science Fiction und Ethnologie. Völkerkundemuseum, Maximilianstraße 42, Beginn um 19 Uhr, Einlass 18 Uhr.

Bis 31.01.2014 Spenzer oder Schalk? Festtagstrachten des 19. Jahrhunderts. Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum, Prinzregentenstraße 3, geöffnet von Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr.

25.11. bis 24.12.2013 Christkindlmarkt rund um den Marienplatz. Offizielle Eröffnung am 25.11. um 17 Uhr, danach Montag bis Samstag von 10 bis 21 Uhr, Sonntag von 10 bis 20 Uhr und am 24.12. von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Die bisherigen Teile:

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Milbertshofen-Am Hart: Licht und Schatten

Laim: Münchens grüner Garten

Berg am Laim: Das Schlusslicht

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

Ludwigvorstadt-Isarvorstadt: Wo der Luxus wohnt

Ein Spaziergang durch die Maxvorstadt

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