Verkäuferin schildert Überfall

Sie schossen auf eine Zara-Mitarbeiterin

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Die beiden besten Freunde Artur S. (21, rechts) und Aleksandr T. (22) müssen sich seit Dienstag für einen Überfall auf das Modegeschäft Zara in der Fußgängerzone verantworten. Bei der Tat wurde eine Mitarbeiterin durch einen Schuss ins Gesicht verletzt

München - Bei einem Raubüberfall auf eine Zara-Filiale erbeuteten Artur S. und Aleksandr T. 36.000 Euro. Jetzt stehen sie vor Gericht. Eine Verkäuferin schildert in der tz die brutale Tat.

Sie sind beste Freunde – und sitzen jetzt auf der Anklagebank. Zusammen haben Artur S. (21) und Aleksandr T. (22) Angst und Schrecken verbreitet. Sie überfielen am 2. Februar die Zara-Filiale in der Fußgängerzone, erbeuteten laut Anklage rund 36.000 Euro und schossen einer Mitarbeiterin mit einer Softair-Pistole mitten ins Gesicht. Und das, obwohl es wegen der Sicherheitskonferenz in der Innenstadt vor Polizisten nur so wimmelte!

Minuten nach dem Überfall: Polizisten vor der Zara-Filiale in der Fußgänger-Zone.

Verkäuferin Muska N. (21) hat das Pistolen-Geräusch immer noch in den Ohren. „Ich war gerade beim Abstempeln, als plötzlich Panik ausbrach. Mit drei Kolleginnen habe ich mich im Umkleideraum eingesperrt, bis die Täter wieder weg waren“, erinnert sich Muska. Da ahnte sie allerdings noch nicht, was der Vorfall in ihr auslöste: Etwa einen Monat später sackte sie in der Arbeit zusammen. „Meine ganze linke Körperhälfte war gelähmt, ich musste monatelang im Rollstuhl sitzen. Die Ärzte dachten zuerst an einen Schlaganfall. Aber dann meinten sie, dass die Ursache in der Psyche liegt.“ Immerhin macht Muska Fortschritte: Momentan ist sie noch auf einen Rollator angewiesen, ans Arbeiten denkt sie jedoch nicht vor dem Frühjahr.

Nach Schuss ins Gesicht: Verkäuferin fast erblindet

Die Räuber haben tiefe Wunden bei den Zara-Angestellten hinterlassen. Muskas Kollegin (24) ist nach dem Schuss auf dem linken Auge sogar fast erblindet. Die Täter haben sich im Rahmen ihres Geständnisses verpflichtet, 3000 Euro Schmerzensgeld an sie zu zahlen.

Die Burschen hatten das Datum des Überfalls bewusst gewählt. „Anfang des Monats haben die Leute Geld und geben es beim Shoppen aus“, sagte Artur S. Er sollte mit der Waffe die Tageseinnahmen erbeuten, sein Freund konnte nur Schmiere stehen, weil er bis vor kurzem noch im Lager des Modegeschäftes gearbeitet hatte.

Und so schlich sich Artur S. kurz vor Geschäftsschluss um 20 Uhr in den dritten Stock des Modehauses und versteckte sich in der Herrentoilette. Per Kopfhörer und Handy hatte er eine Stand­leitung zu seinem Spezl Aleksandr aufgebaut.

Als vier Mitarbeiterinnen gegen 21 Uhr das verpackte Geld mit einem Rollwagen in den dritten Stock brachten, schlug Artur S. zu: „Geld her!“, forderte er. Doch eine Angestellte reagierte nur mit einem „Was willst du eigentlich?“. Da drückte der 21-Jährige ab. Dann packte Artur S. das Geld und flüchtete. Allerdings landete die Polizei einen schnellen Fahndungserfolg: Denn die Zara-Mitarbeiter lenkten den Verdacht schnell auf Aleksandr T., weil er kurz vor dem Überfall noch im Geschäft aufgetaucht war. Der Prozess dauert an.

JAM/ARB

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