Architekt plante Messe-Besuch

Todesdrama am Stachus: Raser fährt Tourist tot

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Rechts: Eines der letzten Fotos von Ömer K., aufgenommen am Sonntag in Prag. Links: Die Unfallstelle beim Kaufhof: Hier starb der verheiratete Türke.

München - Ömer K. (34) war als Tourist für einen Messe-Besuch in München. Doch am Montagabend wurde der Architekt und Ehemann von einem Raser am Stachus erfasst und starb noch am Unfallsort. 

Das letzte Foto von Ömer K. schoss ein Kollege in einem Reisebus. Das war am Montag um 16.23 Uhr, Höhe Karlsbad (Tschechien). Der 34-Jährige war Mitglied einer türkischen Delegation von Architekten, Ingenieuren und Städteplanern, die auf dem Weg zur Baumesse in München war. Sechseinhalb Stunden nach dem Schnappschuss war Ömer K. tot.

Ein Auto erfasste den Türken, als er kurz vor Mitternacht beim Kaufhof die Sonnenstraße überqueren wollte. Der Türke hatte keine Chance: Der Fahrer war mit seinem Audi S3 (200 PS) die Sonnenstraße entlanggerast. Ömer K. schleuderte meterweit durch die Luft, starb auf der Straße.

Touristen-Gruppe wusste nichts über den sicheren Weg durch das Stachus-Untergeschoss

Vor dem tödlichen Unfall war Ömer K. mit drei weiteren Kollegen im Bahnhofsviertel beim Essen gewesen. Gegen Mitternacht machten sich die Männer auf Richtung Stachus. Am Kaufhof wollten sie schließlich die dreispurige Sonnenstraße überqueren. „Als Touristen haben sie vermutlich nicht gewusst, dass es durch das Stachus-Untergeschoss einen sicheren Weg gibt“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Behr.

Zur gleichen Zeit stand Kevin G. (27, Name geändert) mit seinem Audi S3 am Lenbachplatz, Höhe Elisenstraße, an der roten Ampel. Als sie auf Grün umschaltete, gab der Maurer aus Fürstenfeldbruck Gas. Zeugen sagten der Polizei, dass der Audi lautstark beschleunigte. Sogar die Reifen hätten beim Start durchgedreht.

Architekt und Ehemann Ömer K. stirbt noch am Unfallsort

Ömer K. knallte gegen die Windschutzscheibe und wurde durch die Luft geschleudert.

Dann raste der schwarze S3 auf die vier Männer zu, die gerade die Sonnenstraße überquerten. Der Audi erfasste Ömer K. frontal. Er erlag seinen schweren Verletzungen noch am Unfallort. Seine drei Kollegen sowie der Audi-Fahrer erlitten Schocks, mussten vom Kriseninterventionsteam betreut werden. Ein Gutachter soll jetzt den genauen Unfallhergang klären.

Ömer K. war mit seinen Kollegen am Sonntag zunächst in Prag gewesen und am Montag mit dem Reisebus nach München gefahren. Die Reisegruppe aus Konya wollte noch bis Freitag hier bleiben und die Architektur-Messe Bau 2015 besuchen. Jetzt haben die Bau-Experten die traurige Pflicht, die Rückführung ihres toten Kollegen zu organisieren.

JAM, DOP

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