Private Investoren kaufen Grundstück

Der Mega-Deal mit der Praterinsel

Das 6078 Quadratmeter große Grundstück wurde an Privatleute verkauft

München - Ein Grundstück im Grünen, ringsum das rauschende Wasser der Isar – und das mitten in der Millionen-Stadt. Die Praterinsel dürfte das attraktivste Grundstück Münchens sein. Am Dienstag wurde bekannt, dass sie ihren Besitzer gewechselt hat. Die Käufer sind Münchner Privatleute.

Über 100 Jahre lang wurden auf der Insel Liköre abgefüllt, seit 1988 versuchten diverse Eigentümer, das Gelände kulturell zu nutzen. Damals bezog der österreichische Aktionskünstler Wolfgang Flatz dort ein Atelier. Die Insel liegt planungsrechtlich im Außenbereich, also quasi auf der grünen Wiese und somit dürfen die Besitzer hier nicht machen, was sie wollen. 1993 beschloss der Stadtrat, dass die Praterinsel vorwiegend für kulturelle Zwecke genutzt werden soll. Die Besitzer versuchten es mit Whiskey-Messen, afrikanischem Jazz-Frühschoppen und Kunsthandwerkermärkten. Außerdem sind Büros an Landtagsabgeordnete und Stiftungen vermietet.

2007 über nahm die Augsburger Patrizia Immobilien AG die Verwaltung der ehemaligen Likörfabrik und kaufte selbst einen Teil des Geländes. Den Rest kaufte ein dänischer Rentenfonds. Seit 2010 wird die Insel es von der Veranstaltungsagentur planworx bespielt, die dort auch ihren Sitz hat. Am Ostufer fand der exklusive Nektar Beach statt, der 2013 in Praterstrand umbenannt wurde.

Jetzt haben die Eigentümer wieder gewechselt. Laut Patrizia ist der Käufer ein „lokales Family Office“ – eine oder mehrere Münchner Familien sollen sie als Geldanlage gekauft haben. Der Kaufpreis ist streng geheim. Allerdings dürfte der Wert der Gebäude in einem mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Was die neuen Besitzer mit der Insel vorhaben, ist unklar. Sicher ist nur, dass die Gebäude an der Ostseite sanierungsbedürftig und die Auflagen der Stadt streng sind.

Vergnügen im Fluss

Die Franziskaner nutzen die Praterinsel bis zum 18. Jahrhundert als Erholungs- und Nutzgarten. 1810 errichtete der Wirt Anton Gruber dort ein Gasthaus kleinen Park mit Karussell, das er in Anlehnung an den Wiener Vergnügungspark „Praterwirtschaft“ nannte. 1834 kam ein Tanzsaal hinzu. Mit dem Bau von Maximilianeum und Maximiliansbrücke litt die Wirtschaft, 1870 kaufte Anton Riemerschmid das Gelände und errichtete die „Königlich Bayerische privilegierte Weingeist-, Spiritus-, Likör- und Essigfabrik“. Die Gebäude wurden dafür ausgebaut. Die Schnapsfabrik zog 1984 nach Erding. 1988 kaufte ein Investor das Gelände ließ die Gebäude zu Künstlerateliers, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen und Büros umbauen. Seit 2010 werden die Veranstaltungsflächen unter dem Motto „praterinsel – raum für events“ durch die Agentur planworx vermarktet.

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