Stau-Baustelle wegen U-Bahnhof-Sanierung

Willkommen im Chaos am Sendlinger Tor: die Engstellen

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Gewusel am Sendlinger Tor: Wer soll da den Überblick behalten?

Pünktlich zum Beginn der Osterferien ist am Sendlinger-Tor-Platz wegen der Bauarbeiten am U-Bahnhof das große Chaos ausgebrochen. Wir zeigen die Brennpunkte.

München - Autohupen, schimpfende Fahrer und jede Menge Ratlosigkeit. Pünktlich zum Beginn der Osterferien ist am Sendlinger-Tor-Platz das große Chaos ausgebrochen. Grund für das weitläufige Wirrwarr ist der Ausbau des U-Bahnhofs. Seit Montag gilt die neue Verkehrsordnung.

Dabei werden die Autofahrer, die vom Stachus her kommen, über eine zweispurige Nebenfahrbahn an der Matthäuskirche vorbeigeleitet. Für alle, die nach rechts in die Nußbaumstraße abbiegen wollen, steht bis Juni 2018 nur noch eine Spur zur Verfügung. Doch das Einzige, was die neue Straßenführung kenntlich macht, ist ein kniehoher Absperrzaun am Rande der provisorisch angelegten Fahrspur. Das sorgt für Ärger und Unverständnis. Um dem entgegenzuwirken, will das Kreisverwaltungsreferat im Laufe der Woche zwei Schilder aufstellen: Ein blaues für die Fußgänger und ein gelbes für die Radler. Ansonsten soll „die Macht der Gewohnheit für geregelte Verhältnisse sorgen“, so ein Mitarbeiter des KVR. 2022 soll der neue U-Bahnhof fertiggestellt werden. Die Kosten werden auf rund 150 Millionen Euro geschätzt. Wir haben uns vor Ort umgeschaut: Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen die Brennpunkte der Großbaustelle.

1. Die Gefahr ist groß

Hamed Kinderknecht (36), Friseurmeister mit Sohn David (22 Monate) und Hund Amigo aus München: „Man muss höllisch aufpassen! Hier wird ja stündlich was verändert. Man ist in Gedanken – und auf einmal kommt eine Tram daher! Ich fände es toll, wenn die Stadt die Baustelle besser beschildern würde. Denn noch muss man sich seinen Weg selber suchen. Das dauert nicht nur ewig, sondern ist auch extrem gefährlich - vor allem mit Hund und Kinderwagen.“

2. Die Nerven liegen blank

Endstation! Hieß es am Montagfür eine Rikschafahrerin am Brunnen vor der Matthäuskirche. Schließlich hatte ihr ein Mitarbeiter des KVR plötzlich einen zwei Meter hohen Bauzaun vor die Nase gestellt. Der versperrte ihr den Weg und hinderte sie am Weiterfahren. Zuerst versuchte die Radlerin noch, dem Mann gut zuzureden. Doch der blieb stur und ließ die wild gestikulierende und inzwischen lautstark schimpfende Frau an Ort und Stelle stehen. Der einzige Ausweg lag auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes. Dort hat die Stadt eine Ampelanlage installiert.

3. Alles halb so wild

Rolf Zimmermann (73), Arzt aus München: „Ich bin heute extra hergekommen, um mir ein Bild von der Baustelle zu machen. Aber ich muss sagen, ich find’s halb so wild! Ich habe mir das Chaos größer vorgestellt. Gegenüber Touristen hab ich natürlich den Vorteil, dass ich mich in der Gegend auskenne. Sobald man einen gewissen Überblick hat, kann man sich durchschlängeln – da stören auch ein paar provisorisch eingezogene Fahrspuren und Bauzäune nicht. Und außerdem: von nichts kommt nichts – auch kein neuer U-Bahnhof!“

4. Bauzäune werden ignoriert

Vor der Matthäuskirche klettern die Passanten im Zehnminutentakt über die kniehohen Bauzäune am Rande der provisorisch angelegten Fahrbahn. Die Folge sind Hupkonzerte, alarmierende „Vorsicht!“-Schreie und quietschende Autoreifen. Dass sich die Passanten durch ihr Verhalten zum Teil in lebensgefährliche Situationen begeben, steht außer Frage. Um die Lage zu beruhigen, will das KVR im Laufe der Woche zwei Wegweiser anbringen. Sinnvoller wäre wahrscheinlich eine zusätzliche Ampelanlage.

5. MVG bietet Hilfe an

Aufgrund der Bauarbeiten entfallen auf der Linie 27 und 28 die Haltestellen Karlsplatz und Sendlinger Tor. (voraussichtlich bis 5. Juni). Jetzt hat die MVG Verkehrshelfer organisiert. Alexa Hoesch (19) erklärt den Münchnern, wie sie künftig zum Stachus kommen. Nämlich mit den Linien 16, 17 und 18 auf der gegenüberliegenden Straßenseite. „Von dem Chaos vor der Matthäuskirche hab ich noch nichts mitbekommen“, so Hoesch.

Bilder & Videos zum Mega-Umbau am Sendlinger Tor 

6. Infos rund um die Baustelle

Sechs Jahre lang baggert, baut und bohrt die Münchner Verkehrsgesellschaft am Sendlinger-Tor-Platz herum. Seit Montag werden alle Autofahrer, die vom Stachus her kommen, an der Matthäuskirche vorbeigeleitet. In der Gegenrichtung (direkt über diesem Textkasten hier) soll die Sonnenstraße geöffnet bleiben. Weitere Änderungen betreffen die Blumenstraße. Zum Beispiel: Wer von dort aus Richtung Sendlinger Tor fährt, muss bereits auf eine von drei Fahrspuren verzichten. Aufgrund der erhöhten Staugefahr rät die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ganz grundsätzlich, den gesamten Bereich weiträumig zu umfahren. Auch die Nutzer der Trambahn müssen sich übrigens umstellen: Die Linie 20 wird an der Haltestelle Karlsplatz Nord in der Prielmayerstraße mit der Linie 27 verknüpft, ebenso die Linie 21 mit der Linie 28. Wir reden da übrigens von einer Dauerbaustelle: Die Fertigstellung ist für das Jahr 2022 angedacht…

münchen.tz-Video: Der Umbau am Sendlinger Tor hat begonnen

Sarah Brenner/Video: snacktv

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