Handelsverbands-Chef: Stadt hält sich nicht an Abmachungen

Wirbel an der Großbaustelle Marienhof: Die Riesen-Schallschutzwand ist nicht genug

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Auf dem Marienhof errichten Bauarbeiter die 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand. Die Händler wollen mehr Werbung für ihre unter den Bauarbeiten leidenden Geschäfte 

Der neue, 4,50 Meter hohe Schallschutz-Zaun am Marienhof sorgt für Ärger bei den benachbarten Einzelhändlern. Die Geschäftsleute befürchten erhebliche Einbußen.

Sie fürchten, die mit fotorealistischen Motiven bedruckte Wand sei die einzige Maßnahme, die die Stadt ergreifen will, um die baustellengeplagten Geschäftsleute zu entlasten. „Wir hatten an einem Runden Tisch mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk unter anderem über Baustellen-Marketing gesprochen sowie über kostenfreie Bauzaun-Werbung für die umliegenden Geschäfte“, sagt Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern. „Davon ist jetzt plötzlich keine Rede mehr.“

Mehr Maßnahmen gefordert, um Einbußen aufzufangen 

Ohlmann betont, dass er die optisch ansprechende Wand grundsätzlich gut findet. Er lobt auch die Bereitschaft der Stadt, mit den betroffenen Gewerbetreibenden zu sprechen. Aber: „Mit Münchens größter Posterwand ist es nicht getan in Sachen Baustellen-Marketing!“

Bernd Ohlmann vom Einzelhandelsverband Bayern ärgert sich

Schließlich müssten die Händler am Marienhof über Jahre hinweg herbe Umsatzverluste von mehr als 25 Prozent einstecken. „Läden wie Dallmayr und Bettenrid sind einfach nicht mehr sichtbar. Am Runden Tisch wurden deshalb Maßnahmen besprochen, wie man diese Einbußen auffangen kann.“ Ohlmann ist, wie er sagt, „verärgert und verwundert“, dass das jetzt nicht mehr thematisiert würde. Denkbar seien zum Beispiel Baustellen-Konzerte und -feste. „Andere Städte machen das“, sagt Ohlmann, „da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.“

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Auch digitale Litfaß-Säulen könnten aufgestellt werden. Darauf könne der betroffene Einzelhandel kostenfrei werben. Ohlmann betont: „Die Stadt sollte bedenken, dass es letztlich die Geschäftsleute sind, die den Marienhof mit ihren Angeboten attraktiv machen.“

Wie berichtet, hat die Stadt vergangene Woche begonnen, die 445 Meter lange Wand am Marienhof aufzustellen. Die aus Alu-Elementen bestehende Mauer soll Anwohner, Gewerbetreibende und Passanten vor dem Lärm schützen, den die Arbeiter beim Bau der zweiten Stammstrecke machen. Ihre Optik soll Flaneure außerdem bei Laune halten – indem sie präsentiert, wie Diener-, Schrammer- und Weinstraße nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen werden. An der Landschaftstraße sollen zusätzlich Planen aufgehängt werden – hier ist Platz für Kunstwerke, die Kitas, Schulen oder Kreative geschaffen haben.

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