Neue Serie mit alten Bildern - Teil 7

Zeitreise durch München: So sahen damals Flughafen, Karlstor und botanischer Garten aus

München hat sich rasant verändert. Der Geschichte der Stadt wollen wir mit einer neue Serie gedenken. Wie sahen bekannte Straßen oder Plätze früher aus? Wir zeigen es Ihnen!

München - Wer blättert nicht gern durch alte Fotoalben? Einfach kurz mal Luft holen und in Erinnerungen schwelgen - herrlich! Meist fällt dann eh schnell der Satz: „Mei, schau, wie das früher ausgschaut hat!“ Und genau das wollen wir jetzt tun, liebe Leser. Wir werfen einen Blick zurück in unserer großen Serie München damals und heute. Unsere Stadt hat sich über all die Jahre stark verändert. Die Industrialisierung, später die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, dann die Boom-Jahre. Nur mal zum Vergleich: Im Jahr 1850 hatte München knapp 100.000 Einwohner, ein Jahrhundert später waren es 831.000 Bürger. Heute sind es rund 1,5 Millionen, Tendenz steil steigend. Doch wie hat sich die Stadt im Detail verändert? Unser Fotograf Heinz Gebhardt hat sich auf Spurensuche begeben, tagelang in alten Archiven gekramt. Hier präsentieren wir die Ergebnisse seiner Zeitreise. Und seien Sie sich sicher - es wird nicht lange dauern, bis Sie rufen: „Mei, schau, wie des früher ausg’schaut hat!“

Der Flughafen Riem: Schluss mit Fernweh

Wie München gewachsen ist, zeigt die Luftaufnahme oben vom Flughafen Riem aus dem Jahre 1985 nur allzu deutlich. Heute stehen dort zig Messehallen, ein Gebäude reiht sich an das andere - und die Startbahnen sind längst verschwunden.

Wie München gewachsen ist, zeigt die Luftaufnahme oben vom Flughafen Riem aus dem Jahre 1985 nur allzu deutlich. Heute stehen dort zig Messehallen, ein Gebäude reiht sich an das andere - und die Startbahnen sind längst verschwunden. Was viele gar nicht wissen: Erst 1936 begann man auf dem Gelände in Riem, für damalige Zeiten einen Riesenflugplatz anzulegen, der wenige Wochen nach Beginn des 2. Weltkrieges am 25. Oktober 1939 mit einem Berlinflug eröffnet und bei einem Luftangriff am 9. April 1945 zerstört wurde. Ab 1948 konnte Riem wieder angeflogen werden und die gemütliche Zeit der „Biergartenlandungen“ begann, denn keine 50 Meter neben den Maschinen konnte man in einem Biergarten die erste frische Mass trinken. Seit 1992 müssen wir ja alle raus ins Erdinger Moos, wenn wir Fernweh haben. Schade eigentlich...

Der alte botanische Garten: Inferno in der Innenstadt

München ist eine Messestadt, klar. Aber wussten Sie, dass dies schon vor über 160 Jahren der Fall war? Unsere erste Messehalle war der „Glaspalast“ auf dem Geländes des Alten Botanischen Gartens beim Stachus (oben) - und wurde 1854 eröffnet. König Max II. wollte München zum wichtigsten Messestandort Deutschlands machen und nachdem er 1851 den Londoner Crystal Palace gesehen hatte, entschied er: So was brauchen wir auch! Der Architekt August Voit zog in nur neun Monaten das 200 Meter lange Gebäude aus Stahl und Glas in die Höhe. Doch es kam zur Katastrophe: Nachdem der Palast lange für Kunstausstellungen genutzt wurde, stürzte er am 6. Juni 1931 während eines Brandes in sich zusammen, 3000 Gemälde wurden vernichtet, darunter viele bedeutende Werke der Deutschen Romantik. Die Feuerwehr glaubte erst an einen Fehlalarm, rückte verspätet an. Heute plätschert an der Stelle ein großer Brunnen.

Nachdem der Palast lange für Kunstausstellungen genutzt wurde, stürzte er am 6. Juni 1931 während eines Brandes in sich zusammen (m.). Heute plätschert an der Stelle ein Brunnen.

Das Karlstor: Napoleons Eingang

Früher begann unsere Stadt ja am Karlstor. Wie man sich das vorstellen muss, verrät das Gemälde von Nicolas Antoine Taunay aus dem Jahre 1808 (siehe unten). Es zeigt, wie Kaiser Napoleon am 26. Oktober 1805 um 19.30 Uhr den Stachus überquert, nachdem seine Truppen die Österreicher verjagt und München von ihnen befreit hatten. Der Kaiser verweilte  nur kurz in unserer Stadt - er musste ja weiter und Wien erobern. Dafür ließ er seine Josephine in München zurück, und damit sie auch bleibt und ihm nicht dauernd dreinredet, machte er ihr unsere schöne Stadt schmackhaft: „Bleibe in München, zerstreue Dich, das ist nicht schwer, wenn man so viele nette Menschen um sich hat, und das in einem so schönen Lande!“ Übrigens: Das Gemälde unten hat einen effekthascherischen Fehler. Napoleon ritt nicht zu Pferde durchs Karlstor ein - sondern saß, wie historische Texte belegen, bequem in seiner Luxus-Kutsche.

Früher begann unsere Stadt ja am Karlstor. Wie man sich das vorstellen muss, verrät das Gemälde von Nicolas Antoine Taunay aus dem Jahre 1808 (oben). Es zeigt, wie Kaiser Napoleon am 26. Oktober 1805 den Stachus überquert, nachdem seine Truppen die Österreicher verjagt und München von ihnen befreit hatten.

 

Lesen Sie morgen: Der Giftalarm von Pasing

Sie wollen noch mehr alte Fotos von München sehen? Hier finden Sie alle Teile der Serie:

Heinz Gebhardt

Rubriklistenbild: © Heinz Gebhardt

Auch interessant

Meistgelesen

Aberwitzige Aktion der Bahn gegen „schwarzfahrende“ Seniorin: Sie soll jetzt 2,90 Euro zahlen
Aberwitzige Aktion der Bahn gegen „schwarzfahrende“ Seniorin: Sie soll jetzt 2,90 Euro zahlen
Kommt heute das Diesel-Fahrverbot? Das sind die wichtigsten Punkte für München
Kommt heute das Diesel-Fahrverbot? Das sind die wichtigsten Punkte für München
Frau holt sich blutige Nase am Giraffenhaus - und verklagt Tierpark Hellabrunn
Frau holt sich blutige Nase am Giraffenhaus - und verklagt Tierpark Hellabrunn
Mit dem Kopf gegen die S-Bahn: 27-Jähriger am Ostbahnhof brutal attackiert
Mit dem Kopf gegen die S-Bahn: 27-Jähriger am Ostbahnhof brutal attackiert

Kommentare