Landtag müsste mitspielen

Zutritt für Münchner verboten: Zur Praterinsel geht‘s nur mit Chipkarte - Politiker wollen Öffnung

Nur für Mitarbeiter: Wer die Treppe zur Praterinsel benutzen will, braucht derzeit noch eine elektronische Karte.
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Nur für Mitarbeiter: Wer die Treppe zur Praterinsel benutzen will, braucht derzeit noch eine elektronische Karte.

Seit Sommer führt eine schöne neue Treppe zur Praterinsel in München. Benutzen darf sie nur ein exklusiver Personenkreis. Kann man das nicht ändern?

München - Der Bau eines Treppenaufgangs von der Praterinsel zur Maximiliansbrücke in München war bereits in seiner Planungsphase vor zwei Jahren ein polarisierendes Thema. Im Januar 2019 akzeptierte der Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen das Projekt, „allerdings verbunden mit der Bitte, das östliche Ufer der Praterinsel in diesem Bereich zeitnah für eine Rad- und Fußwegverbindung öffentlich zu widmen und dafür die Treppenanlage ebenfalls öffentlich zugänglich zu machen“.

München: Treppe zur Praterinsel nur für Mitarbeiter im Maximilianeum

Nun ist die Treppe seit Sommer des vergangenen Jahres fertiggestellt, aber nur für Mitarbeiter des Landtags mit einer elektronischen Karte zugänglich. Das Ziel des Bayerischen Parlaments ist es nämlich, mit diesem Aufgang den Weg der Mitarbeiter zu verkürzen, die auf der Praterinsel arbeiten und jeden Tag mehrmals zu Fuß zum Maximilianeum laufen müssen. Doch somit kann die Öffentlichkeit den Aufgang nicht nutzen.

Der Bayerische Landtag lehnt eine öffentliche Nutzung des Treppenaufgangs jedoch nicht grundsätzlich ab:

„Die Treppe könnte zukünftig, nach Herstellung einer öffentlichen Wegeverbindung auf der Praterinsel durch die Stadt München, selbstverständlich auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

Der BA hat allerdings keine Informationen von der Stadt erhalten, die darauf hinweisen, dass die Schaffung einer solchen Verbindung bereits in Planung ist. „Die Wegeverbindung auf der Ostseite der Praterinsel ist eher eine langfristige Lösung, auf die wir noch warten müssen“, so Lena Sterzer (SPD). „Als Übergangslösung könnte man bis dahin den Spazierverkehr über das Grundstück des Landtags zur Treppe leiten.“

Treppe freigeben für alle Münchner? Dafür bräuchte es einen Weg

Um dies zu ermöglichen, müsste der Bayerische Landtag der Stadt die Erlaubnis geben, einen Streifen am Rand seines Grundstücks bis zur Fertigstellung der Fuß- und Radwege für die öffentliche Nutzung zur Verfügung zu stellen. „Isarauen, Englischer Garten, Praterinsel und umliegende Bereiche sind beliebte Ziele für Spaziergängerinnen und Spaziergänger und bei schönem Wetter hochfrequentiert“, erklärt die SPD-Fraktion im BA ihr Anliegen. „Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, unterschiedliche Wegeverbindungen zu ermöglichen.“

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Sophia Belliveau

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