Altstadtring

Tunnel-Sanierung: Monatelanger Mega-Stau

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Brandgefährlich: Der Altstadtringtunnel braucht dringend eine Mittelwand

München - Der Altstadtringtunnel muss dringend saniert und modernisiert werden. Dafür gibt es bereits konkrete Pläne. Für die Autofahrer bedeutet das: Monatelanger Mega-Stau!

Am Mittwoch ist Drei-Tunnel-Tag im Rathaus mit den drei neuen Röhren am Mittleren Ring (tz berichtete). Schon am Dienstag will sich Baureferentin Rosemarie Hingerl (SPD) im Stadtrat grünes Licht für den Umbau einer bestehenden, wichtigen Röhre holen: Der Altstadtringtunnel muss dringend modernisiert werden – und dann droht monatelang Mega-Stau!

Die Planungen laufen seit Jahren: Die 519 Meter lange Röhre muss auf den neusten Stand der Sicherheit gebracht werden. Vor allem fehlt eine durchgezogene Mittelwand mit Rettungstüren wie in allen neuen Tunnels. Heute wäre schon bei einem kleinen Brand die ganze Röhre voller Rauch, mit einer Trennwand könnten auch die Brandbekämpfer leichter über die freie Seite zu den Flammen vordringen. Dazu kommen eine kräftige Lüftung, Beleuchtung, Löschwasserstationen und Videoüberwachung. Ein Blitzer ist bislang nicht vorgesehen.

Fünf Bauphasen sind geplant

Entschärfung einer berüchtigten Kreuzung: Bislang können Autos von der Ludwigstraße nur über die Brienner Straße auf den Altstadtring – oder sie verfahren sich bis in die Türkenstraße (gelbe Spur). Bald sollen sie auch auf den Oskar-von-Miller-Ring abbiegen können (rote Spur). (Hier vergrößern)

Bei der Gelegenheit will das Baureferat auch gleich eine berüchtigte Verkehrsführung entschärfen: Wer bislang von Norden über die Ludwigstraße kommt, gelangt nur über die enge Brienner Straße auf den Altstadtring. Wer vorher schon rechts in den Oskar-von-Miller-Ring abbiegt, verfährt sich glatt und wird über die Gabelsberger- bis in die Türkenstraße zurück nach Norden geleitet. Das soll sich ändern: Die Tunnelausfahrt soll etwas steiler ansteigen und schon am Übergang zur Gabelsbegerstraße ebenerdig ankommen, damit die von der Ludwigstraße kommenden Fahrer links in den Oskar-von-Miller-Ring einbiegen können (siehe Grafik). Gleichzeitig will das Baureferat Beton und Stützen aus dem Jahr 1972 auf Vordermann bringen. Weil die Betondecke noch untersucht werden muss, wollen die Experten noch keine Bauzeit und Kosten abschätzen.

Doch wenn die Sanierung kommt, wird es dramatisch für die mehr als 60.000 Nutzer am Tag: In fünf Bauphasen will das Baureferat vorgehen – mal mit gesperrten Spuren, mal mit gesperrten Fahrtrichtungen, mal komplett an der provisorisch zweispurig ausgebauten Oberfläche! Die Straßen können laut Planer aber nur 40 Prozent der heutigen Autos durchleiten. Massive Staus drohen – und zwar monatelang! Nur zum Vergleich: Der ähnlich lange Trappentreutunnel am Mittleren Ring braucht ab Mai 2014 in nur drei Bauphasen schon eineinhalb Jahre.

David Costanzo

Auch am Wimmer-Ring droht Verkehrschaos

Unter dem Thomas-Wimmer-Ring wird ab Ende 2015 eine neue Tiefgarage gebaut – damit droht auch wenige Hundert Meter vom Altstadtringtunnel entfernt jahrelang Baustau! Die Anwohner protestierten im Oktober bei einer Infoveranstaltung und vergangene Woche bei der Bürgerversammlung für Altstadt-Lehel. Die Eröffnung der rund 500 Parkplätze auf drei unterirdischen Geschossen ist für Mitte 2018 angepeilt. Der Stadtrat hat den Bau 2007 beschlossen – als Ersatz für das Fina-Parkhaus in der Hildegardstraße, das „Wöhr+Bauer“ gekauft hat. Es soll einer Erweiterung des Luxus-Hotels Mandarin Oriental, Gewerbe und Wohnungen weichen.

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