Amerikanerin neue Klinik-Chefin: Yes, she can!

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Dr. Elizabeth Harrison bekam 2008 den „Krankenhaus-Oscar“

München - Der neue Chef der Klinikum München GmbH ist eine Chefin. Einstimmig kürte der Aufsichtsrat der städtischen Gesellschaft am Mittwoch die 51-jährige Gesundheitsmanagerin Eli­zabeth Harrison zur Sprecherin der Geschäftsführung.

Das Gremium traut der gebürtigen US-Amerikanerin zu, die wegen des Hygieneskandals im Sommer in die Schlagzeilen und tief in die roten ­Zahlen geratenen Kliniken neu zu organisieren und auf Erfolgskurs zu bringen. „Yes, she can!“, davon ist Aufsichtsratsvorsitzender Hep Monatzeder überzeugt. Die studierte Volkswirtin habe das gesamte Gremium mit ihrer „fachlichen und menschlichen Kompetenz“ für sich eingenommen.

Elizabeth Harrison stellte sich „als Südstaatlerin“ vor. Sie studierte in Savannah/Georgia, kam vor 25 Jahren beruflich nach Europa – und stellte fest, dass nicht mehr weg will. Ihre Karriere begann am Institut für Weltwirtschaft. 1989 promovierte sie in Kiel mit dem Schwerpunkt „Der deutsche Venture Capital Markt“. In ihrer bislang letzten Position als Geschäftsführerin der Oberschwaben Klinik Ravensburg (seit 2005) hat die Expertin in Gesundheitswirtschaft sogar den „Oscar der Krankenhausbranche“ eingeheimst, den Klinik­Award 2008. „Harrison vereint Mut, Können und ein nicht enden wollendes Feuerwerk von Ideen“, wurde sie vom Laudator gerühmt.

Der Abgang der früheren Geschäftsführung nach dem Skandal um Mängel in der Sterilisierabteilung im Krankenhaus Bogenhausen (die auch Neuperlach betraf) war abrupt: Im Sommer mussten drei der vier Chefs ihren Hut nehmen, nur Finanzgeschäftsführer Franz Hafner blieb von der Kündigung verschont. Er arbeitet seither mit seinen Interims-Kollegen Birgitta Köbach und Prof. Dieter Daub zusammen. Nach einer optimalen Lösung für die Zukunft wurde in den letzten Monaten fieberhaft gesucht.

Bei der Bestellung der GmbH-Geschäftsführung 2005 waren Parteibücher zumindest ein Kriterium gewesen, wofür SPD und Grüne nach dem Skandal heftig kritisiert wurden. Deshalb waren jetzt professionelle Personalberater eingeschaltet. Die Forderung der Opposition nach einem Mediziner im künftig wohl dreiköpfigen Führungskreis wird im nächsten Schritt erfüllt.

Was sagt die künftige Chefin zum Hygieneskandal? „Im Grunde genommen könnte das jeden treffen. Wichtig ist, dass das Problem gelöst wurde.“ Ihr Krankenhaus-Credo: „Der Patient hat Vorrang, nicht Verwaltung oder Politik.“ Die Häuser müssten für medizinische und pflegerische Kompetenz bekannt werden. Elizabeth Harrison tritt im April an – nach einer kurzen Job-Pause, die sie ihrer Leidenschaft, dem Segeln, widmen will.

Barbara Wimmer

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