Im September 2012

Amokfahrt in München: Prozess nicht öffentlich

München - Über eine Amokfahrt durch die Fußgängerzone der Landeshauptstadt verhandelt das Landgericht München I seit Dienstag hinter verschlossenen Türen.

Die Strafprozessordnung sieht den Ausschluss der Öffentlichkeit als Möglichkeit vor, wenn die Unterbringung des Beschuldigten in einer psychiatrischen Anstalt im Raum steht. Die Amokfahrerin hatte zur Tatzeit einen akuten schizophrenen Schub und war nach dem bisherigen Gutachten nicht schuldfähig.

In der Münchner Innenstadt bereiteten sich an jenem Freitag im September 2012 viele auf die alljährliche Kultur- und Shoppingnacht vor, als die Beschuldigte ihren Wagen durch die Fußgängerzone lenkte. Passanten mussten beiseite springen; einige, die in Fahrtrichtung unterwegs waren, wurden von dem Fahrzeug leicht berührt. Nur durch Zufall sei niemand verletzt worden, so die Staatsanwaltschaft.

Die Amokfahrerin lieferte sich dann mit der Polizei eine Verfolgungsjagd durch die Innenstadt, wobei sie mit bis zu 100 Stundenkilometern bei Rotlicht über Kreuzungen raste. Erst nach geraumer Zeit konnte die Frau gestoppt werden. Sie hätte der Staatsanwaltschaft zufolge erkennen müssen, dass sie sich nicht ans Steuer setzen durfte. Anzeichen eines Krankheitsschubes hätten sich seit Wochen gezeigt. Der Prozess dauert an.

lby

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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