1. tz
  2. München
  3. Stadt

Der Amokläufer vom Stachus

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Wendelin S. verprügelte bei McDonalds am Stachus einen Mitarbeiter. © ebu

München - Er ist Taekwondo-Meister, trägt den schwarzen Gürtel. Das macht Wendelin S. (27) noch nicht gefährlich, aber der Aushilfsgärtner tickt bisweilen aus.

 Dann schlägt er gnadenlos zu. Am Stachus veranstaltete er einen wahren Amoklauf. Vor Gericht geht es jetzt um die Frage: Wird er als „Gefahr für die Allgemeinheit“ für immer in der Psychiatrie eingesperrt?

Die Brutalität des jungen Mannes bekommt ein Urlauber-Ehepaar aus Itzehoe am 28. Februar zu spüren. Wendelin S. steht in der S-Bahn am Stachus plötzlich auf und schlägt Uwe T. (68) mitten ins Gesicht. Schwer verletzt bricht der Rentner bewusstlos zusammen. Dann verpasst er dessen Ehefrau Dörte (66) einen Faustschlag ins Gesicht und höhnt: „Sie wissen schon, warum.“ Er flüchtet vom Bahnsteig. Vor Gericht behauptet der Täter, er habe in Uwe T. einen „Kinderschänder“ gesehen.

Drei Tage später taucht Wendelin S. bei McDonald’s am Stachus auf. Ohne jeden Grund schlägt er den Mitarbeiter Mustafa Ö. nieder. Um die Ecke vor dem Geschäft United Colors of Benetton kommt er mit dem Finanzberater Dennis K. ins Gespräch. Plötzlich zieht der 27-Jährige ein Taschenmesser, sticht auf Dennis K. ein. Dieser kann ausweichen, nur sein Mantel wird zerfetzt. Wendelin S. flüchtet auf der Rolltreppe ins Stachus-Untergeschoss.

Sabine B. steht ihm dabei im Weg. Er tritt ihr von hinten in die Kniekehlen, sie stürzt und reißt Dagmar O. mit in die Tiefe. Beide Frauen erleiden erhebliche Verletzungen. Im Untergeschoss rennt der Täter ins Cafe Rischart, versteckt sich im Nebenraum fürs Personal. Er steigt auf eine Waschmaschine und verksteckt sich über der Zwischendecke. Dabei löst er die Sprinkleranlage aus: großer Wasserschaden!

Als die Polizei eintrifft, kracht es plötzlich. Die Zwischendecke hat nachgegeben. Wendelin S. fällt auf einen Polizisten, der eine schwere Schulterprellung erleidet. Laut Gutachten leidet Wendelin S. an einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie. Er war „nicht in der Lage, das Unrecht der Taten einzusehen“, so die Anklage. Sein Anwalt Frank Klahre hofft dennoch, dass er unter Auflagen wieder in Freiheit kommen kann. Urteil: Montag.

Ebu

Auch interessant

Kommentare