Sechs Monate danach

200.000 Euro an Amoklauf-Opfer von München ausbezahlt

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Am Olympiaeinkaufszentrum erinnern Blumen und Kerzen an die Opfer des 22. Juli 2016.

München - Vor sechs Monaten erschütterte der Amoklauf am Olympiaeinkaufszentrum München. Nun wurde ein Teil des Hilfsfonds an die Opfer ausbezahlt.

An diesem Sonntag ist es sechs Monate her, dass David S. am Olympiaeinkaufszentrum (OEZ) ein Blutbad anrichtete. Der 18-Jährige ermordete neun Menschen und setzte seinem Leben ein Ende. Die Stadt richtete einen Hilfsfonds für die Hinterbliebenen und Opfer mit einer halben Million Euro ein. Inzwischen sind 200 000 Euro an die Opfer ausbezahlt.

Der Amoklauf am 22. Juli versetzte ganz München in Angst und Schrecken. Der Stadtrat beschloss einige Tage später einen Hilfsfonds für die Opfer und deren Angehörige. 500 000 Euro wurden bereitgestellt, außerdem richtete die Stadt eine Hotline für Betroffene ein. Diese ist nach wie vor geschaltet. Zuletzt habe sich am 29. Dezember ein Anrufer gemeldet, so das Sozialreferat.

Insgesamt führten die städtischen Ansprechpartner rund 100 Gespräche mit Betroffenen. Hauptsächlich meldeten sich Münchner, die nicht unmittelbar betroffen waren, sondern in der Nähe wohnten und durch das Geschehen traumatisiert waren. Viele wollten sich einfach das Erlebte von der Seele reden, andere baten um Informationen zu Therapien. Demnächst soll die Hotline nach Angaben des Sozialreferats abgeschaltet werden.

Betroffene kontaktierten auch das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS), das ebenfalls eine Hotline geschaltet hatte. Die meisten Anrufer informierten sich über das sogenannte Opferentschädigungsgesetz. Es gewährt Opfern von Gewalttaten, die der Staat nicht verhindern konnte, Entschädigungen. Derzeit liegen dem ZBFS 139 Anträge von Münchnern auf Entschädigung in Zusammenhang mit dem Amoklauf vor. 22 wurden bislang bewilligt und das Geld ausbezahlt.

Aus dem städtischen Hilfsfonds wurden bis Anfang Januar etwa 200 000 Euro an unmittelbar betroffene Menschen ausbezahlt. Dazu zählen die Hinterbliebenen der neun Todesopfer sowie die Schwerverletzten. Das Geld wurde für Beerdigungskosten verwendet oder Therapien, die die Krankenversicherung der Opfer nicht bezahlt. Die Stadt hatte im Sommer angekündigt, den Fonds bei Bedarf aufzustocken. Doch dies wird nicht notwendig sein. Das Sozialreferat richtete nach dem Amoklauf auch ein Spendenkonto ein. 7000 Euro sind in den Wochen nach der Tat darauf eingegangen, das Geld wurde voriges Jahr ausbezahlt.

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