Trauer zum ersten Jahrestag

Amoklauf am OEZ: So bewegend war die Gedenkfeier

Jahrestag des Münchner Amoklaufs
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Arbnor Segashi, der Bruder des Opfers Armela.
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Trauer um die Opfer des Amoklaufs: Hier sehen Sie Bilder, die am Rande der Gedenkveranstaltung entstanden sind.
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Am ersten Jahrestag des Münchner Amoklaufs kamen am Samstag die Spitzen von Stadt, Staatsregierung und Landtag sowie Angehörige der Opfer zu einer Gedenkfeier zusammen.

München - Am Tatort vor dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) wurde ein Gedenkort der Öffentlichkeit übergeben. Das Mahnmal „Für Euch“ besteht aus einem Gingko-Baum, den ein zwei Meter hoher Edelstahlring, umfasst. Der Ring trägt wie ein Schmuckstück neun Steine, an deren Innenseite die Namen und Bilder der Todesopfer zu sehen sind.

Gesprochen haben Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Ministerpräsident Horst Seehofer und Landtagspräsidentin Barbara Stamm (beide CSU). Reiter begann mit seiner Rede schon um 9.55 Uhr. Er sprach von einem „Anschlag auf unser buntes, vielfältiges und tolerantes München. Wir müssen und werden weiter gemeinsam gegen jede Form von Extremismus, Rassismus und menschenverachtender Gewalt aufstehen.“

Danach meinte Seehofer, es handle sich um eine „Wunde, die nie verheilen wird. Die Angehörigen haben das Liebste verloren.“ „Der Amoklauf vor einem Jahr hat ganz Bayern ins Mark getroffen“, so der Ministerpräsident. Kein Name, kein Gesicht dürfe vergessen werden.

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„Bei allem Schrecken, den der 22. Juli 2016 über uns gebracht hat, bin ich unendlich dankbar für die Mitmenschlichkeit“, sagte Seehofer. In der Amoknacht hatten viele Münchner für Schutzsuchende ihre Wohnung geöffnet. Reiter betonte: „Wenn Amokläufer und Attentäter etwas gemeinsam haben, dann, dass sie Misstrauen, dass sie Angst und dass sie Hass verbreiten wollen. Doch ich sage ganz deutlich: Dieses zynische Kalkül ist weder in unserer Stadt noch in den anderen betroffenen Städten aufgegangen.“

Landtagspräsidentin Barbara Stamm sagte, dieser Ort ist ein Symbol dafür, dass die Angehören nicht alleine sind. Es sei „ein Zeichen dafür, dass Ihre Lieben nicht vergessen werden. Sie haben hier für immer einen Platz - mitten unter uns.“

Aus dem Kreis der Angehörigen kam der Bruder von Armela Segashi zu Wort. Die 14-Jährige war das erste der neun Opfer. ⁠⁠⁠Er dankt mit brüchiger Stimme vor allem Vater und Mutter, die ihm beistanden.

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„Sie war mein Lieblingsmensch“, sagte Bruder Arbnor (22), der beim FC Pipinsried kickt und Sportmanagement studiert, kürzlich in einer ZDF-Doku. „Ich habe niemanden mehr geliebt als sie. Auch weil sie so jung war, hatte ich immer das Gefühl, ihr Beschützer zu sein.“ Am Tag des Amoklaufs konnte er das nicht. „Nach ihrem Tod wurde mir eines schnell klar: Gott sei Dank muss ich nicht sagen, ich wünschte, ich hätte noch mal einen Tag, nur um ihr zu sagen, wie sehr ich sie liebe.“

Nach einer Verlesung der Namen der Getöteten haben Vertreter der Religionsgemeinschaften am Samstag den Erinnerungsort eingeweiht. Am Erinnerungsort gaben sich viele gegenseitig Trost, hielten sich in den Armen, insbesondere junge Leute. Einige legten Blumen und Kerzen ab. Etwa 2000 Menschen kamen insgesamt zur Gedenkfeier.

Das Motiv des psychisch kranken Schülers war den Ermittlern zufolge persönliche Kränkung durch jahrelanges Mobbing. Sein Hass richtete sich demnach gegen Jugendliche, die von Alter, Aussehen, Herkunft und Lebensstil denen ähnelten, die ihn über Jahre gedemütigt hatten. Das waren junge Menschen mit südosteuropäischen Wurzeln wie Armela.

Hanauer Straße gesperrt

Die Hanauer Straße in München war zwischenzeitlich ab der Pelkovenstraße gesperrt - auch mit dem Fahrrad war keine Durchfahrt erlaubt, so eine Polizistin. Am frühen Nachmittag wurde die Straße wieder freigegeben.

Porträts: Diese Sieben beschäftigt der Amoklauf noch heute - und sie sind nicht alleine.

weg/joh/lin/dpa

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