Täter ein „einsamer Wolf“

Gutachter: Münchner Amoklauf war Hassverbrechen und Terroranschlag

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Bei dem Amoklauf am Münchener Olympia-Einkaufszentrum kamen neun Menschen ums Leben.

Der Amoklauf am Münchener Olympia-Einkaufszentrum war nach Ansicht eines von der Stadt beauftragten Gutachters ein rechtsextremes Hassverbrechen.

München -Der 18-jährige Täter hatte am 22. Juli 2016 neun Menschen erschossen, die meisten waren Jugendliche mit südosteuropäischen Wurzeln. Im Auftrag der Stadt München untersuchten die drei Gutachter die Hintergründe des Gewaltakts.

Das Geschehen könne „als Akt eines allein handelnden Terroristen“ bezeichnet werden, heißt es im Gutachten des Direktors des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent. Dabei seien allerdings persönliche und politische Faktoren „untrennbar miteinander verschmolzen“. Im Ergebnis müsse die Tat zwingend als „politisch motivierte Kriminalität“ eingeordnet werden.

Er machte Ausländer für das ihm widerfahrene Unrecht verantwortlich

Der Berliner Professor für Politikwissenschaft und Soziologie Christoph Kopke sagte hingegen, es sei dem Täter nicht darum gegangen, eine politische Aussage zu treffen“. Vielmehr seien die psychischen Erkrankungen von David S. „der eigentliche Antrieb“ für die Tat gewesen, zudem auch die Rache für das Mobbing. Der Schüler habe Ausländer dafür verantwortlich gemacht, dass ihm Unrecht widerfuhr.

Diese Einschätzung stützt das Ergebnis der Münchner Staatsanwaltschaft. „Wir sehen nach wie vor das vom Täter erlittene Mobbing im Vordergrund“, sagte die Oberstaatsanwältin Gabriele Tilmann. Der Täter sei einer rechtsextremen Einstellung gefolgt, doch seien die Kränkungen „tatauslösend“ gewesen. Auch der Leiter der Sonderkommission des Bayerischen Landeskriminalamts, Jürgen Miller, sagte, der Mehrfachmord sei „von Rache und Wut geleitet“ gewesen.

Vor einem Zugriff der Polizei hatte sich der Amokläufer selbst getötet. Auf seinem Computer fanden Ermittler Dokumente, in denen er sowohl Fremdenfeindlichkeit als auch Rache als Gründe aufführte.

Lesen Sie auch: Leitender Oberstaatsanwalt warnt davor, Amoklauf einfach als rechtsradikal abzustempeln

dpa

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