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Ampelschlangen und ungenutzte Parkhäuser

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Nichts geht mehr: Weihnachts-Stau am Sendlinger Tor. © Marcus Schlaf

München - Lange Ampelschlangen, entnervte Fahrer: In der Münchner Innenstadt ist in diesen Tagen zeitweise kein Durchkommen mehr. Trotzdem gibt es noch Parkhäuser mit freien Plätzen.

„Es ist alle Jahre dasselbe“, stöhnte Taxi-Chef Hans Meißner. „Viele haben freigenommen. Der Berufsverkehr fällt aus, und ab zehn Uhr fahren sie dann alle zum Einkaufen in die Stadt.“ Dass es dort eng werde, könne niemanden überraschen. Doch viele versuchten es jedes Jahr aufs Neue. „Irgendwo zwischen Hirn und Auto“, so scherzt Meißner, müsse es wohl einen Leitungsschaden geben.

Für viele Fahrer begann am Dienstag der Einkaufs-Nachmittag mit der Suche nach einem Parkplatz. Immer wieder leuchtete an den Parkhäusern das „Besetzt“-Zeichen. In acht beliebten City-Parkhäusern (Marienplatz, Rieger City, Schranne, Hofbräuhaus, Oper, Oberpollinger, Oberanger und Salvatorplatz/Jungfernturmstraße) waren gegen 15 Uhr nur noch 40 von 2500 Plätzen frei. Andere Garagen dagegen hatten ungenutzte Kapazitäten: Böhringer (Baaderstraße), Stachus (Adolf-Kolping-Straße und Herzog-Wilhelm-Straße), City (Färbergraben) und Karstadt Bahnhofsplatz meldeten zur gleichen Zeit insgesamt 1137 freie Plätze. Es lohnt sich also, dem Parkleitsystem am Altstadtring zu folgen oder sich vor dem Start hier zu informieren.

Trotz des hohen Verkehrsaufkommens, das auch die Polizei beobachtete, gab es verhältnismäßig wenige Unfälle. Bis 10 Uhr wurde die Verkehrspolizei zu 25 Einsätzen gerufen – weniger als an normalen Tagen, wie ein Sprecher sagte. Um 14 Uhr stand die Statistik bei 69 Unfällen, meist harmlose Blechschäden. „Diese Zahl erreichen wir sonst schon gegen Mittag“, so der Sprecher.

Im Stau an Ampeln und Kreuzungen steckten auch Busse und Trambahnen fest, „und zwar stadtweit“, wie ein MVG-Sprecher sagte. Rund die Hälfte aller Linien hatte Verspätung. Selbst dort, wo die Tram auf eigener Trasse fährt, kam sie oft nur bis zur nächsten Kreuzung. Dann bremste Querverkehr, der sich in die Kreuzung hinein staute, ihre Fahrt.

Auch Taxifahrer mussten viele Fahrgäste länger als üblich warten lassen, berichtet Genossenschafts-Chef Meißner. „Manchmal verlieren die Leut’, die ein Taxi gerufen haben, die Geduld und rennen weg“, sagt Meißner. „Wenn sich der Kollege dann endlich durchgekämpft hat, war die Fahrt umsonst.“ Sein Appell an alle, die am Heiligen Abend noch in die Stadt wollen: Öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Das schont die Nerven.

Peter T. Schmidt

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