Ab jetzt kein Geld mehr vom Staat

Diebischer Polizist (45) gefeuert

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Gefeuert: Ex-Polizist Werner U.

München - Er hat in seiner Dienststelle gestohlen und gegen das Waffengesetz verstoßen. Seit 2007 verurteilt, aber immer noch im Polizeidienst. Damit ist jetzt Schluss.

Schon 2007 wurde der Polizeibeamte Werner U. (45) deshalb rechtskräftig verurteilt. Längst müsste er aus dem Polizeidienst draußen sein, doch bis jetzt erhielt er 80 Prozent seiner Dienstbezüge. Am Mittwoch zog der Verwaltungsgerichtshof einen Schlussstrich.

In den 90er Jahren war der Beamte als Rauschgift-Fahnder tätig gewesen. „Ich habe verdeckt gearbeitet in der Drogenszene am Ostbahnhof“, erzählte er am Mittwoch. Dabei sei er wohl in Verdacht geraten, selbst in die Szene verstrickt zu sein. „1996 wurde meine Wohnung durchsucht“, so Werner U. „Es wurde nichts gefunden.“ Dennoch haben man ihn wieder in den Streifendienst versetzt.

„Das war Mobbing über Jahre hinweg“, beklagt sich der Ex-Polizist. Seine Kollegen seien befördert, er dagegen sei mehrfach degradiert worden. Seine Waffe musste er abgeben. Vom Drogen-Verdacht kam er nie los: Bei einer zweiten Razzia wurde zwar kein Rauschgift entdeckt, wohl aber Dinge, die der Polizei gehörten: Er hatte drei Computerfestplatten entwendet, außerdem Formulare für Dienstausweise. Und die Munition für seine Pistole hatte er auch nicht abgegeben.

Dreimal hat er sein Strafurteil angefochten, im September 2007 gab es endlich ein rechtskräftiges Urteil: Neun Monate Haft auf Bewährung.

Im April 2010 ordnete das Verwaltungsgericht seine Entfernung aus dem Dienst an. Er ging in Berufung. Am Mittwoch entschied der Verwaltungsgerichtshof: Kündigung! Jetzt gibt es kein Geld mehr vom Staat.

E. Unfried

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