Sie ist an Blutkrebs erkrankt

Lebensretter für die kleine Sophie (2) gesucht

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Spender gesucht: Pfarrer Rainer Maria Schießler (l.) und Manuela Ortmann von der Aktion Knochenmarkspende Bayern (r.) helfen Sophies Papa Stephan (M. ) bei der Suche nach einem Spender für die Zweijährige. 

Die zweijährige Sophie ist an Blutkrebs erkrankt – Eine große Typisierungsaktion ist am kommenden Sonntag angesetzt. Papa Stephan und seine Frau sind fest überzeugt, dass Sophie die Krankheit besiegen wird.

München - Erst vor Kurzem ist die zweijährige Sophie mit ihren Eltern und ihrem im Juli geborenen Bruder nach München gezogen. Dann der Schock: Sophie hat Krebs. Im Juli wurde bei der Zweijährigen akute lymphatische Leukämie (ALL) diagnostiziert – nur eine Woche nach der Geburt ihres Bruders. Jetzt wird ein Knochenmarkspender für das Mädchen gesucht. Am kommenden Sonntag findet eine große Typisierungsaktion im Katholischen Pfarramt St. Maximilian in München statt.

Pfarrer Rainer M. Schießler stellt nicht nur die Räume der Gemeinde zur Verfügung, sondern hat auch zusammen mit BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen. Als Sophies Vater ihm „ganz spontan“ von dem „Energiebündel“ Sophie erzählt hat, war für ihn klar, dass er die Familie unterstützen wolle: „Ich habe mich selbst vor Jahren typisieren lassen und wenn wir etwas tun können, um zu helfen, tun wir es“, erklärt Schießler.

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Für die Eltern begann mit der Diagnose eine harte Zeit mit großen Umstellungen. „Etwa zehn bis 15 Tage pro Monat muss Sophie im Krankenhaus verbringen“, sagt Sophies Papa Stephan. Eine Belastung für die ganze Familie, vor allem für Sophie. „Wenn sie Schmerzen hat, geht es ihr schlecht. Sie hat dann auch weniger Hunger“, erklärt Vater Stephan. Wenn es ihr gut gehe, sei ihr nicht bewusst, dass sie Krebs hat. „Es geht ihr dann eben gut. Sie ist zu klein, um zu verstehen, dass der Krebs trotzdem noch da ist. Das macht es leichter -– für sie und uns.“

Sophie leidet an einer seltenen Form von Blutkrebs

Sophie singt gerne, erzählt ihr Papa Stephan, und sie liebt es, mit ihrem Teddy Nounours zu spielen. Die Kita darf Sophie seit der Diagnose nicht mehr besuchen. Zudem fielen ihr durch die Chemotherapie die Haare aus, auch die Augenbrauen wurden lichter. Zunächst meinten die Ärzte, der Blutkrebs sei mit einer Chemotherapie heilbar. Dann der Rückschlag: Sophie leidet an einer seltenen Form von Blutkrebs, die Krebszellen in ihrem Körper mutierten. Eine neue, individuell auf ihr Krankheitsbild abgestimmte Chemotherapie zeigte schließlich Wirkung. Damit allein ist der Krebs jedoch noch nicht besiegt.

Manuela Ortmann, Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB), erklärt: „Bei an Leukämie erkrankten Kindern kommt es häufig vor, dass Krebszellen im Körper verbleiben und der Krebs Jahre nach erfolgreicher Therapie erneut ausbricht.“ Dagegen helfe eine Stammzellentherapie. „Die eingesetzten Stammzellen erkennen übrig gebliebene Krebszellen und bekämpfen diese.“

„Genetischer Zwilling“ gesucht

Um Sophie zu helfen, den Krebs für immer loszuwerden, suchen die Ärzte ihren „genetischen Zwilling“, also einen Spender, bei dem zehn von zehn Gewebemerkmalen mit denen von Sophie übereinstimmen Am Sonntag, 2. Dezember, kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 45 Jahren im Pfarramt St. Maximilian (Deutingerstraße 4) zwischen 11 und 16 Uhr typisieren lassen. „Es wird nur eine kleine Menge Blut entnommen.“, erklärt Ortmann. Das Ganze dauere etwa 20 Minuten.

Papa Stephan und seine Frau versuchen, das Positive in der Situation zu sehen: „Wir machen das Beste daraus und sind fest davon überzeugt, dass sie es schafft.“ 

Spendenkonto für Sophie

Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern
IBAN: DE67 7025 0150 0022 3946 88
Verwendungszweck: Sophie

Annalina Jegg

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