Schwarzfahren mit Ansage

Start der Boykott-Aktion „Fahr‘ scheinfrei“ – so heftig reagiert die MVG

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Diese heraustrennbaren Tickets bieten die Fahrschein-Verweigerer auf ihrer Internetseite an.

Eine anonyme Gruppierung will den öffentlichen Nahverkehr in München komplett umkrempeln – und ruft zum Fahrschein-Boykott auf. Das geht der Münchner Verkehrsgesellschaft gewaltig gegen den Strich.

München - Eine anarchistische Aktion soll den öffentlichen Nahverkehr in München umkrempeln – das ist zumindest der Plan der Initiatoren der Kampagne „Fahr‘ scheinfrei“, die an diesem Mittwoch gestartet ist. Die Organisatoren, die anonym bleiben möchten, rufen alle Münchner dazu auf, in nächster Zeit keine Tickets mehr für U-Bahn, Tram, Bus oder S-Bahn zu kaufen und Schwarzfahrer zu unterstützen. Die Begründung: Viele Menschen könnten es sich schlicht nicht mehr leisten, Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen.  

Mit der Aktion solle politischer Druck aufgebaut werden. Ein staatlich geförderter, fahrscheinfreier Nahverkehr ist offenbar das Ziel der Anarchisten. Die Initiatoren von „Fahr‘ scheinfrei“ bieten auf ihrer Seite Fahrscheine zum Ausdrucken an – das entbehrt nicht einer gewissen Komik. Die sind aber natürlich nicht gültig und verweisen in Kurzform auf die Aktion.

Der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) dürfte diese Aktion ganz und gar nicht gefallen. Auf Nachfrage unserer Onlineredaktion hat sich ein Sprecher die Homepage der Kampagne genau angeschaut. Sein Fazit: „Auf der Seite wird aufgerufen zum Schwarzfahren sowie zum Missbrauch beziehungsweise zur Manipulation von Fahrkarten. Das halten wir für strafbar und prüfen daher rechtliche Schritte.“

Die Initiatoren der Kampagne beharren auf ihrem Standpunkt: „Zwischen rund 55 und 225 Euro kostet eine Monatskarte. Zu teuer für viele, teuer für die meisten“, schreiben sie auf ihrer Webseite. Dadurch würden gerade finanziell schlechter gestellte Münchner benachteiligt. 

Schwarzfahren mit Ansage – das sind die Folgen

Der Sprecher der MVG hält dagegen: „Wer schwarzfährt, nutzt Busse und Bahnen auf Kosten der ehrlichen Kunden und trägt dazu bei, dass dem ÖPNV weniger Geld für die Finanzierung und den Ausbau des Angebots zur Verfügung steht.“ 

Verhärtete Fronten also. Die MVG sitzt aber wohl am längeren Hebel: Wer mit Vorsatz schwarzfährt oder mit einer gefälschten oder manipulierten Fahrkarte unterwegs ist, der bekommt zusätzlich zu den 60 Euro noch eine Anzeige wegen Betrugs und des Erschleichens von Leistungen, sagt der Sprecher. 

Gewalttätige Ausschreitungen gegenüber Angestellten wird es wohl von Seiten der Fahrschein-Verweigerer nicht geben. In dem Schreiben weisen die Organisatoren darauf hin, dass Kontrolleure nicht angefasst, geschlagen oder geschubst werden sollen. 

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Lesen Sie auch: MVV will Tarif-Dschungel abschaffen - doch wann genau?

Lesen Sie den Gastbeitrag „Dieser Nahverkehr ist einer 1,5-Millionen-Stadt unwürdig“

Ertappt!

Video: Glomex

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