Zwei Fälle vor Gericht

Angeklagter Sex-Gangster: "Die Situation ist eskaliert"

Mark D. wurde am Dienstag verurteilt.

München - Zwei Fälle von Vergewaltigung beziehungsweise versuchter Vergewaltigung wurden am Dienstag in München verhandelt.

Eine Frau, die geschunden am Boden lag. Mit Wunden zwischen den Beinen. Benommen und völlig aufgelöst. E. (25) soll sie am 2. November 2014 in Fürstenfeldbruck vergewaltigt haben, als sie nachts aus einem Club kam. Am Dienstag wurde ihm am Landgericht München II der Prozess gemacht. Vor Gericht sagte der 25-Jährige aus: „Sie war sehr betrunken und klammerte sich an mich. Dann bat sie mich um Sex. Ich sagte: Wenn es für dich okay ist, dann ist es für mich auch okay.“ Auf dem eiskalten Betonboden haben sie beide angeblich geliebt. Neben einer Straße, in verschiedenen Stellungen.

Seltsam nur: Den Taxifahrer lotste Susanne K. (51, alle Namen geändert) danach direkt zur Polizeiwache und brach zusammen – mit zwei Promille Alkohol im Blut. Erst zwei Monate später nahmen Beamte E. fest. Der behauptet, Susanne K. habe sich selbst ausgezogen – nichts sei gegen ihren Willen geschehen. Am Donnerstag fällt das Urteil.

"Die Situation ist eskaliert"

Mark D. wurde am Dienstag verurteilt.

Ein Mann läuft einer Frau in ihre Wohnung nach. Im Treppenhaus hält er ihr den Mund zu. Dann drängt er sie in die Waschküche im Keller – und drückt ihre Oberschenkel auseinander, um sie zu vergewaltigen. So stellt Sarah K. den Übergriff von Mark D. auf sie dar, der sich am 15. April 2014 in der Lerchenauer Straße ereignet haben soll. Der Täter hatte sich in der Nähe Pizza in einem Imbiss gekauft, aber seine EC-Karte liegen lassen. Sarah K. machte ihn darauf aufmerksam und ging in ihre nahe gelegenen Wohnung. Dorthin folgte ihr Mark D. und machte sich über sie her! Weil Sarah K. ihm aber einen Finger ins Auge rammte, ließ er von ihr ab. Vor dem Amtsgericht sagte er: „Ich wollte sie nur auf einen Kaffee einladen. Die Situation ist eskaliert.“ Urteil: ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung plus 4000 Euro Schmerzensgeld.

A. Thieme

 

Update: E. ist in dem Prozess freigesprochen worden.

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