Sohn (8) rief Notarzt

Angeklagter: "Stimmen befahlen Mord an Ehefrau"

+
Stimmen im Kopf hatten Hakim F. befohlen, seine Frau zu töten.

München - Ein achtjähriges Kind musste mitansehen, wie sein eigener Vater seine Mutter erstach. Der Mann hat zu Beginn des Mordprozesses ausgesagt, Stimmen hätten ihm die Bluttat befohlen.

Nach der Geburtstagsfeier ihres Sohnes im Mai 2012 saß das von einander getrennt lebende Ehepaar abends noch vor dem Fernseher. Laut Staatsanwaltschaft griff der Mann dann aus Wut und Hass plötzlich zum Messer und stach der 29-Jährigen mindestens vier Mal in den Oberkörper, während das aus dem Schlaf geschreckte Kind ins Zimmer kam. Der Junge rief noch den Notarzt zu seiner sterbenden Mutter, aber vergebens. Der Mann flüchtete, rief dann aber von einer Tankstelle die Polizei an.

„Stimmen“ hätten ihm „befohlen“, seine Frau zu töten, erklärte der Angeklagte am Montag vor dem Münchner Schwurgericht zum Auftakt des Mordprozesses. Einem Psychiater zufolge leidet der Mann an Schizophrenie und war bei der Tat eingeschränkt schuldfähig.

Der aus dem afrikanischen Burundi stammende Angehörige des Hutu-Stammes war während des Bürgerkriegs in den 1990er-Jahren wie seine Geschwister seinem Vater nach Deutschland gefolgt. Alle wurden deutsche Staatsbürger - nur der wiederholt straffällige Angeklagte nicht. Er habe getrunken, gekifft und viele Auseinandersetzungen gehabt, sagte der 29-Jährige. Auf Betreiben seiner Frau wurde er einmal in einer psychiatrischen Anstalt behandelt.

Der Prozess dauert an.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion