Angestellte kassierte 257.000 Euro Schmiergelder

München - Eine ehemalige Angestellte eines Telekom-Tochterunternehmens hat vor dem Münchner Landgericht gestanden, von 2005 bis zu ihrem Ausscheiden im Jahre 2010 für knapp 257.000 Euro Schmiergelder angenommen zu haben.

Im Gegenzug habe sie eine Firma für den Vertrieb von Druckerverbrauchsgütern bei der Auftragsvergabe begünstigt, sagte sie am Donnerstag. Dem Arbeitgeber ist dadurch laut Anklage ein Schaden von gut 615.000 Euro entstanden.

Die Bürokauffrau stand als Einkäuferin in Verbindung mit der Vertriebsfirma, die das bestellte Material verpackte und im Auftrag der Telekom-Tochter an deren Kunden auslieferte. Laut Anklage liefen die Rahmenverträge zwischen den beiden Unternehmen jeweils nur ein Jahr. Die 49-Jährige habe das immer wieder erwähnt und gedroht, es gebe noch andere Lieferanten.

Aus Angst um die Geschäftsbeziehung, die etwa 85 Prozent des Umsatzes der Vertriebsfirma ausmachte, habe deren Geschäftsführerin der Angeklagten regelmäßig drei- bis fünfstellige Beträge zukommen lassen. Für das Geld hat sich die 49-Jährige ihrem Geständnis zufolge unter anderem Übersee-Reisen gegönnt, Möbel bestellt und die Leasing-Raten für ihr Auto bezahlt.

Die Mutter einer erwachsenen Tochter war Anfang 2011 vorübergehend in Untersuchungshaft, dann wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Sie arbeitet inzwischen am Schalter eines Busunternehmens. Vor ihrem Geständnis hat ihr die Wirtschaftsstrafkammer bei einem Rechtsgespräch eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt. Der Prozess dauert an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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