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Wer in Deutschland wie viel Rente kriegt

Angst vor Altersarmut: Drei Münchner Schicksale

München - Wie es um die neue Rentner-Generation in der Bundesrepublik wirklich steht, zeigt eine neue Analyse. Die tz hat die wichtigsten Fakten zusammengefasst und stellt drei Schicksale vor.

Reich wirdvon seiner gesetzlichen Rente heute keiner mehr. Doch wie es um die neue Rentner-Generation 2013 in der Bundesrepublik wirklich steht, zeigt eine von Focus Online veröffentlichte Analyse der Deutschen Rentenversicherung. Demnach stehen Bayerns Neu-Rentner im Vergleich zu anderen Bundesländern ziemlich schlecht da. Und das bei besonders hohen Lebenshaltungskosten! So landen die bayerischen Frauen mit ihrer monatlichen Rente nur auf Platz 13 von 17 (West- und Ost-Berlin werden getrennt berechnet)! Bei den Männern schafft es Bayern mit Platz 8 auch nur ins Mittelfeld. Die tz hat die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

601 801 Neu-Rentner gab es 2013 in Deutschland. Männer sind mit 310 000 Erstbeziehern in der Überzahl. Sie bekommen auch mehr Rente als die Frauen: 969 Euro monatlich sind es im Durchschnitt. Frauen bekommen mit 568 Euro über 400 Euro weniger!

Unter dem Bundesdurchschnitt liegen die Renten in Bayern. Männliche Neu-Rentner bekommen durchschnittlich 949 Euro. Bei den Frauen sind es 529 Euro.

Je nach Region gibt es starke Unterschiede: In Unterfranken kassieren die Männer am meisten: 1038 Euro. Am wenigsten bekommen sie in Niederbayern (922 Euro). Oberbayern liegt mit 937 Euro monatlich im Mittelfeld. Dafür hat es der Regierungsbezirk bei den weiblichen Neu-Rentnern im Bayern-Vergleich mit 585 Euro an die Spitze geschafft. Niederbayern ist auch bei Frauen Schlusslicht (438 Euro).

Bundesweit bekommen Frauen im Osten am meisten Rente. Ein Grund: Zu DDR-Zeiten waren dort mehr Mütter berufstätig. Spitzenreiter ist Ost-Berlin mit 841 Euro. Am wenigsten Rente gibt es im Saarland (442 Euro).

Bei den Männern sind die Renten in Baden-Württemberg mit 1016 Euro am höchsten. Am wenigsten gibt es in West-Berlin (818 Euro), Mecklenburg-Vorpommern (904 Euro) und Sachsen-Anhalt (905 Euro).

Ramona Weise

Drei Münchner Schicksale

Die Angst vor der Altersarmut treibt viele Münchner um! Am Stachus ließen sich am Mittwoch Hunderte von Verdi über ihre Rechte bei der Rente beraten. Die Gewerkschaft hatte einen Infostand aufgestellt – und stand den Münchnern bei ihren Sorgen zur Seite. „Viele Rentner wissen einfach nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen“, erzählt der Vorsitzende der Verdi-Senioren München, Wilhelm Kling (70). „Klar – bei den hohen Mieten.“ Lesen Sie hier drei Schicksale:

Hart auf der Kante

Diethard Link (67) ist seit fünf Jahren in Rente. „Ich bekomme viel weniger, als ich vor vielen Jahren versprochen bekommen habe“, sagt der Ex-Ingenieur. „Hart auf der Kante“ sei sein monatliches Budget. „Ich muss mich schon sehr einschränken.“ Link hat zwar eine Eigentumswohnung in der Au und muss keine Miete zahlen. Wenn dort später mal eine größere Investition ansteht, könnte es aber finanziell ganz schön eng werden, sagt er.

Übern Tisch gezogen

Mehr als 50 Jahre lang hat Elisabeth Angermann (67) gearbeitet. Bei ihrer Rente fühlt sie sich von der Regierung über den Tisch gezogen. „430 Euro – das ist doch nichts.“ Wegen ihrer zwei Kinder bekomme sie jetzt zwar eine Mütterzulage. „Aber viel ist das auch nicht.“ Beim Stadtbummel ist die Prienerin bei Verdi vorbeigekommen. Sie ist sauer auf die Regierung: „Warum ist für die Rentner im eigenen Land kein Geld da?“

600 Euro Miete

800 Euro Rentebekommt Theresa Horn (68) – und zahlt 600 Euro Miete. „Die Rente reicht hinten und vorne nicht.“ 38 Jahre lang hat die Münchnerin in der Gastronomie gearbeitet. Dann wurde sie krank – und früher in Rente geschickt. Nun will sie sich über Zuschüsse vom Staat informieren. Mit ihren Sorgen ernst genommen fühlt sie sich nicht. „Ich traue mich schon fast nicht mehr, irgendwo hinzugehen mit meinen Fragen.“

Das sind die Ursachen

Die Rentenunterschiede sind riesig. Warum ist das so? Die tz hat mit Verena Di Pasquale gesprochen, der stellvertretenden Vorsitzenden des DGB Bayern.

Fast 400 Euro Unterschied bei den Renten in unserer Republik – wie kann das sein?

Verena Di Pasquale: Grundsätzlich resultiert die Rentenhöhe aus Entwicklungen in der Vergangenheit. Dabei spielt die Erwerbsdauer, die -kontinuität und die Höhe des Einkommens eine Rolle. Die Rentnerinnen in den östlichen Bundesländern haben eine höhere Rente, weil sie häufiger vollzeitbeschäftigt waren. Entscheidend ist auch, wie schnell die industrielle Entwicklung in einer Region vorangekommen ist.

Bayern liegt im Ländervergleich bei den Männern in der Mitte – bei den Frauen sogar im hinteren Drittel …

Di Pasquale: Ja, das ist ein ­bekanntes Phänomen. Eine Ursache ist, dass Bayern bis in die 1970er-Jahre hinein ein landwirtschaftlich geprägter Flächenstaat war und später industriell erstarkt ist. In Bayern gibt es außerdem vergleichsweise geringere Löhne im unteren Lohnbereich. So erklären sich die höheren Renten bei Männern in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Hessen.

Es gibt ja sogar innerhalb Bayerns Unterschiede …

Di Pasquale: Oberbayern war besonders spät dran mit der industriellen Entwicklung. Auch die fehlende Betreuung für Kinder spielt in manchen Regionen eine Rolle – das hindert Frauen an einer eigenständigen Existenzsicherung.

Bayern ist besonders von ­Altersarmut betroffen. Was kommt da noch auf uns zu?

Di Pasquale: Der Nachteil der späten industriellen Entwicklung wird irgendwann keine Rolle mehr spielen. Um Altersarmut aber wirklich einzudämmen, müssen Arbeitgeber und die Politik handeln: Eine Million Menschen arbeiten hier noch für Stundenlöhne unter 8,50 Euro.

Nina Bautz

Rubriklistenbild: © Westermann

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