Die Angst, dass der Attentäter zurückkehrt

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Auch einen Tag nach dem hinterhältigen Mordanschlag ist Schriftsteller Pedro Galvez (70) noch gezeichnet. Ein Messerstich traf ihn unterhalb des Kiefers, Millimeter von der Halsschlagader entfernt.

München - Auch einen Tag nach dem fiesen Mordanschlag auf den spanischen Autoren Pedro Galvez in Schwabing ist die Polizei auf der Suche nach dem Täter. Immerhin: Das Opfer hat einen Verdacht.

Seine Schritte sind zwar etwas unsicher, die Augen wirken noch erschöpft. Zwei Tage nach dem feigen Mordanschlag geht es Pedro Galvez (70) schon wieder besser. Körperlich zumindest. Es war am Montagabend mitten in Schwabing, als dem Schriftsteller ein Mann auflauerte – und den 70-Jährigen niederstach (tz berichtete). Jetzt zermartert sich Pedro Galvez den Kopf, wer der hinterhältige Messerstecher sein könnte.

Vor allem eine Frage lässt ihn nicht mehr los: Warum? „Ich bin sehr, sehr nervös. Kommt der Mann wieder? Meine Gedanken spielen verrückt“, sagte der Buchautor gestern im Krankenhaus. Seine Seele hat den Angriff noch längst nicht verarbeitet. „Ein paar Millimeter tiefer am Hals und ich wäre tot“, sagt der Spanier mit leiser Stimme. Dann fasst er vorsichtig an seinen Unterkiefer, auf dem ein großes weißes Pflaster klebt. Hier hat der Täter ihn mit dem Messer getroffen, knapp an der Halsschlagader vorbei. Zuvor hatte er versucht, Pedro Galvez in den Bauch zu stechen. Doch irgendwie schaffte es der 70-Jährige, sich wegzudrehen. Der Stich traf ihn im Rücken, nahe der Wirbelsäule. Als der Buchautor um Hilfe schrie, flüchtete der Täter. Ein Nachbar alarmierte Rettungsdienst und Polizei.

Bilder des Tatorts

Polizei sucht mit Spürhunden nach Messerstecher von Schwabing

„Ich kenne den Mann nicht!“ Pedro Galvez schüttelt den Kopf. Einen vagen Verdacht hat er inzwischen aber schon. Möglicherweise ist der Attentäter im Umkreis einer früheren Beziehung in Spanien zu suchen. „Obwohl ich mir das nicht wirklich vorstellen will.“ Derweil arbeitet die Münchner Mordkommission an der Aufklärung des Mordanschlags am frühen Montagabend. Die öffentlichen Zeugenaufrufe haben bisher keine Hinweise auf den Täter ergeben. „Wir befragen die Bewohner des Hauses, sichten die Videoüberwachung von U-Bahnhöfen“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Wenger.

Von großem Interesse für die Ermittler sind die Videoaufzeichnungen im U-Bahnhof Josephsplatz. Bis hierhin hatte ein Spürhund der Polizei eine Geruchsspur vom Tatort an der Schleißheimer Straße verfolgt. Der Hund hatte zuvor am Messer geschnüffelt, das der auffallend kleine Täter nach dem Mordanschlag weggeworfen hatte. Möglicherweise ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Messerstecher gefasst ist – falls er tatsächlich mit der U-Bahn geflüchtet war.

Jacob Mell

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