Prozess

"Ich wollte Paula nicht umbringen"

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Max D. ist wegen versuchten Mordes angeklagt.

München - Ein 52-Jähriger ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Auch wenn er die Tat an seine Ex-Verlobte gestanden hat, bleiben vor Gericht Fragen offen.

„Das Leben im Gefängnis ist für mich der reinste Erholungsurlaub“, sagte Max D. (52, alle Namen geändert), angeklagt wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Verlobten. Nach jahrelanger Unterjochung sah er keinen anderen Ausweg. In der gemeinsamen Wohnung in Berg am Laim soll der Arbeitslose im November 2015 zweimal auf Paula L. (52) eingestochen haben. Die Tat hat er gestanden.

Abitur, Elektrotechnikstudium: „Sie haben was in der Birne. Wie konnte es dazu kommen?“, fragte der Vorsitzende Richter. Max D., ein ergrauter, hagerer Mann, sitzt im Sträflingsanzug auf der Anklagebank. Er entgegnet: „Ich habe nicht gelebt, ich habe vegetiert.“ Vor sechs Jahren lernte er Paula L. in einer Internet-Partnerbörse kennen. Der Offenbacher zieht zur ihr nach München. Beide leben von Hartz IV. Das Geld verwaltet Paula L. „Ich hatte keinen Zugriff, war von ihr abhängig.“ Geld gab es nur, wenn er für sie einkaufen sollte. „Ich wog keine 60 Kilo mehr, kam nur an ein Stück Brot, wenn ich Leergut sammelte.“ Einen Job suchen? „Geht nicht“, sagt Paula L., „die Bandscheibe.“ Über ein Jahr verließ sie ihre Wohnung in der Isareckstraße nicht.

Wutausbrüche, Stimmungsschwankungen, Saufgelage – Paula L. war unberechenbar. Einen Job konnte er sich nicht suchen. Den PC blockierte Paula L., und für Bewerbungsunterlagen fehlte das Geld. Gelegentlich musste er auch im Fahrradkeller schlafen.

Am 11. Oktober riss Max D. der Geduldsfaden. Mit einem Küchenmesser stach er zweimal auf Paula L. ein. „Er hat mich gepikst“, sagt sie. Die Wunden wurden mit wenigen Stichen genäht. Max D.: „Ich wollte sie nicht töten. Ich war körperlich und seelisch fertig.“

Warum er sie nicht einfach verlassen habe, wollte der Richter wissen. „Ich habe immer noch Liebe für sie empfunden.“ Urteil am 14. Juni.

J. Heininger

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