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Anlagen in Schwabing & Milbertshofen

Hilfe! Die GBW will uns verkaufen

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Die Wohnblöcke an der Neustifter Straße in Milbertshofen mit 79 Wohnungen.

München - Der Ausverkauf hat angefangen: Bislang ist bekannt, dass die GBW rund 4500 Wohnungen zu versilbern plant – gemäß der so genannten Sozialcharta …

Jetzt will das frühere Unternehmen der Bayerischen Landesbank nach tz-Informationen allein in München etliche Häuser mit mehr als 100 Wohnungen loswerden. Viele Mieter sagen: Hilfe, die GBW will uns verkaufen!

Dramatisch hohe Quadratmeter-Preise

Auch um diese Wohnungen geht’s – die Anlage an der Morawitzkystraße in Schwabing.

Konkret geht es zum Beispiel um eine Doppelhaus-Anlage in der Morawitzkystraße in Schwabing mit 34 Klingeln: Hier hat die GBW den Mietern nach deren Aussage ein Ultimatum gestellt – entweder kaufen bis 31. Juli oder die Wohnung gehe an den Markt. Die Preise sind dramatisch: Rund 5000 bis 5300 Euro verlangt die GBW pro Quadratmeter! Manche Bewohner können sich das leisten, andere sehen sich mit dem Rücken an der Wand. „Ich hatte mir einen ganz anderen Preis vorgestellt“, sagt einer. „Aber wenn ich das nicht mache, liefere ich mich selbst jemandem aus.“ Eine Nachbarin fürchtet, dass neue Besitzer den vollen Profit holen wollten: „Als Kapitalanleger würde ich es vielleicht selbst so machen.“ In den Fluren hängt ein Werbeplakat für den Kauf: „Meine Wohnung gehört zu mir.“ Gut gesagt – wenn die vier Wände eine halbe Million Euro kosten!

Die Chefin des Mietervereins, Beatrix Zurek (SPD), ist empört: „Wer soll sich das leisten? Das ist die Preistreiberei, die ich befürchtet habe.“ Mit dem Filetieren einer Anlage würden Verkäufer 20 bis 30 Prozent mehr Gewinn erzielen. „Ich meine, dass damit auch das Vorkaufsrecht der Stadt ausgehöhlt wird“, sagt Zurek. Der Stadtrat hat nämlich einmal den Kauf einzelner Wohnungen abgelehnt, weil mit dem Streubesitz ein hoher Verwaltungsaufwand verbunden sei.

Stadt will Anlage kaufen, um Mieter zu schützen

In Milbertshofen geht es sogar um 79 Wohnungen in acht Hausnummern: Hier hat die GBW die Bewohner vor einiger Zeit ganz unverbindlich angefragt, ob man sich einen Kauf vorstellen könne. Konnte wohl kaum einer, denn jetzt muss das Rathaus zugreifen. Nach tz-Informationen will die Stadt die Anlage kaufen, um die Mieter zu schützen. Ein wirtschaftlich vertretbarer Preis soll gefunden worden sein. Bei fast 80 Apartments dürfte es um knapp 20 Millionen Euro Steuergeld gehen. Ein Kauf muss aber erst durch den Stadtrat. Die GBW lehnt jeden Kommentar ab.

Das sagen die Bewohner

"Die Mieten werden steigen"

Nasi V.

"Wir haben schon viel mit den Nachbarn gesprochen. Eigentlich haben alle große Sorge. Wir befürchten, dass die Mieten steigen und dass wir uns dann die Wohnungen nicht mehr leisten können. Vor einem Jahr waren Leute da und haben Fotos von den Wohnungen gemacht, seit zwei Monaten zahlen wir schon auf ein neues Konto. Die Rente ist ohnehin schon so knapp."

Nasi V. (54), Hausfrau

Die Stadt muss einspringen

Erwin S.

"Wir haben ein Schreiben bekommen, dass wir auf Lebenszeit nicht gekündigt werden können. Ich habe es mir schon zehnmal durchgelesen, aber ich glaube es nicht. Ich war sogar bei der GBW-Demo in der Stadt! Wenn wir verkauft werden, sehen wir schlecht aus. Aber wenn die Stadt unsere Wohnungen übernimmt, wäre das sehr angenehm."

Erwin S. (78), Rentner, seit 25 Jahren bei der GBW

David Costanzo

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