Anschlag auf Büroräume von Milli Görüs

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Bild der Verwüstung: Ein Unbekannter hat die Büroeinrichtung von Milli Görüs schwer beschädigt.

München - Ein Unbekannter hat in den Morgenstunden des Samstag Büroräume der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs an der Landwehrstraße verwüstet. Offenbar hatte der Täter auch versucht, Feuer zu legen, scheiterte aber.

Der Vorsitzende der Gemeinschaft, Abdussamet Temel, machte die erneut entfachte Islamdebatte in Deutschland für den Anschlag mit verantwortlich.

Der Täter muss zwischen 6.30 und 7 Uhr in die Büroräume von Milli Görüs eingedrungen sein. Temel kann diesen Zeitraum so genau nennen, weil zur gleichen Zeit im Haus das Morgengebet abgehalten wurde. Als drei Teilnehmer dieses verließen, kam ihnen aus dem vierten Stock ein Unbekannter entgegen. Laut Temel war der schlanke junge Mann nur mit Hemd und Hose bekleidet. Und er soll gesagt haben, dass er von der CIA sei. Dann verschwand er.

Den Mitgliedern der islamischen Gemeinde bot sich kurz darauf ein Bild der Verwüstung. Computer in den Büroräumen waren umgeworfen, manche Türen eingeschlagen worden; und überall lag am Boden Büromaterial herum. Zudem habe der Täter versucht, Feuer zu legen, sagte Temel. „Es lag Papier auf dem Teppich, der war aber wohl nicht brennbar.“

Ein Sprecher der Münchner Polizei bestätigte auf Anfrage den Einbruch und die Verwüstung der Büroräume von Milli Görüs Südbayern. In dem Gebäude an der Landwehrstraße hat auch die Islamische Föderation Bayern ihren Sitz. Temel, der auch deren Vorsitzender ist, merkte an, dass der Anschlag „kurz nach einigen unglaublichen Äußerungen unserer Politiker“ geschehen sei. Vor allem die des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU), dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Temel verwies auch auf den jüngsten Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Berlin-Neukölln, in dem vor allem Familien aus Bosnien und der Türkei leben. Drei Menschen kamen dort in der Nacht zum Samstag ums Leben, 17 wurden verletzt. „Das stimmt uns traurig“, sagte Temel.

mk

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