Anschlag auf die eigenen Kunden

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Sicherheitsunternehmer Klaus G. sorgte für Unsicherheit

München - Sicherheit war sein Geschäft. Für Sicherheit sorgte er allerdings nicht ... Sechsmal legte Klaus G. (55) Feuer, er stahl Wertsachen, richtete hohen Sachschaden an und löste sogar Radmuttern.

Zu den Kunden des Unternehmers gehörten Firmen im Kreis Weilheim-Schongau sowie die Bahn, für die er Objekte in München und Weilheim bewachte. Für Sicherheit sorgte er allerdings nicht, im Gegenteil: Sechsmal legte er Feuer, er stahl Wertsachen, richtete hohen Sachschaden an. Das Schlimmste: Am Auto eines Kunden löste er die Radmuttern!

Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden befand sich der Sicherheitsunternehmer in ständigen Schwierigkeiten. Um seine Aufträge zu erweitern, beging er laut Anklage eine ganze Serie von Straftaten bei neun oft langjährigen Kunden. Mit diesem Gebaren habe er ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis erzeugen wollen.

Bei Gebäuden, die er zu bewachen hatte, täuschte er Einbrüche vor. Mit selbst gefertigten Nachschlüsseln drang er außerhalb seiner Bewachungszeiten in die Büros der Kunden ein, stahl Wertsachen und richtete erheblichen Schaden an. So versuchte er beispielsweise, einen Getränkeautomaten aufzuhebeln, den er damit zerstörte. Bei den Taten legte er immer falsche Spuren.

Bei der Bahn in Weilheim zündelte er gleich serienweise: In der Nacht zum 14. April 2007 brannte die ehemalige Betriebsmeisterei. Am 26. Januar 2008 richtete ein Feuer in einer Lagerhalle 25 000 Euro Schaden an. Am 8. Januar 2009 brannte es wieder in der Bahnmeisterei, ein Großteil des Gebäudes wurde verwüstet.

Der schlimmste Anschlag galt jedoch dem Geschäftsführer einer Firma bei Peißenberg: An dem auf dem Firmengelände abgestellten Privatwagen löste Klaus G. die Radmuttern am linken Hinterrad und setzte die Radkappe wieder drauf. Ahnungslos spannte der Mann den Wagen vor einen Pferdeanhänger. Auf der A 8 zwischen Augsburg und München löste sich das Rad! Nur unter erheblichen Schwierigkeiten konnte der Fahrer den Wagen zum Stehen bringen, ohne dass es zu einem Unfall kam.

Gefasst wurde der (Un-)Sicherheitsunternehmer im November 2009, nachdem er im Büro einer Abfallentsorungsfirma bei Schongau Feuer gelegt und damit einen Schaden von gut 20 000 Euro angerichtet hatte. Seither sitzt Klaus G. in Stadelheim.

Nachdem der Prozess am 5. Oktober wegen eines erkrankten Richters geplatzt war, sollte es am Freitag vor dem Landgericht München II losgehen. Doch ein für diesen Prozess bestellter Schöffe kam nicht, er war am Freitag nicht auffindbar. Am kommenden Freitag unternimmt die Strafkammer mit einer Ersatzschöffin einen neuen Versuch.

Von E. Unfried

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