LKA mit Erfolg

Antike Münzen und Speerspitzen: Polizei nimmt Kunstschmuggler fest

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Das Polizeibild zeigt einen teil des Grabräuber-Schatzes, den die Kunstfahnder auf der Messe Numismata beschlagnahmten. 

Die Messe für den Verkauf historischer Münzen lockt nicht nur viele Kunstinteressierte an. Auch die Polizei war vor Ort und hatte Erfolg bei mutmaßlicher Schmugglerware.

München - Es ist ein Schatz, den es in dieser Form eigentlich nicht geben sollte. Ausgebuddelt von gewissenlosen Grabräubern, die für ein paar Dollar die Zeugnisse jahrtausendealter Kulturen verhökern: Auf der Münchner Münzmesse Numismata im MOC haben Kunstfahnder des Landeskriminalamtes am Samstag einen antiken Schatz beschlagnahmt. 6000 Münzen und mehr als 1000 Objekte wie Opfergefäße, Pfeilspitzen, Beile und Dolche, alles zusammen weit mehr als 50 000 Euro wert. Die Objekte stammen aus dem Iran, Indien und Afghanistan. Speziell im von Kriegswirren zerrissenen Afghanistan werden Grabplünderungen kaum verfolgt. Im Iran steht darauf allerdings die Todesstrafe.

Im Zentrum dieses Kunstkrimis steht ein in Dänemark lebender Afghane (54), der den Kunstfahndern keinerlei Herkunftsnachweise für den legalen Besitz zeigen konnte. Der Ermittlungsrichter erließ mittlerweile Haftbefehl gegen den Mann – bundesweit der erste Fall von U-Haft nach dem neuen Kulturgutschutzgesetz, das erst im August vergangenen Jahres in Kraft getreten ist.

Die Fahnder hatten den Händler aus Dänemark schon erwartet. 30 Polizisten und Kriminalbeamte in Begleitung von drei Kunstexperten des Hessischen Landeskriminalamtes schauten sich speziell an seinem Messestand ganz genau um. Aber auch im Außenbereich wurden die Fahnder fündig. Bei der Überprüfung eines Bulgaren (49) und dreier serbischer Händler fanden die Experten antike Münzen im Schätzwert von rund 1600 Euro, deren Herkunft ebenfalls schleierhaft ist. Einen Teil der Münzen hatten die Männer gar nicht erst öffentlich gezeigt, sondern damit vermutlich auf bestimmte Abnehmer gewartet. Alle Vier wurden angezeigt und müssen nun ebenfalls mit einem Strafverfahren rechnen.

Der Kunstschatz wird nun von Fachleuten begutachtet. Später sollen die alten Kulturschätze wieder an die Länder zurückgegeben werden, aus denen sie stammen.

Ein Bulgare und drei Serben schmuggelten die Münzen nach Deutschland.

Wertvolle Stücke:

Der Großteil der insgesamt 6000 Münzen besteht offenbar aus Silber bzw. Legierungen. Dabei sind auch rechteckige Münzen, die eventuell römischen Ursprungs sind. Eine Auswahl von antiken Pfeilspitzen und Speerspitzen. Zwei besonders schöne mutmaßliche Opfergefäße für Räucherstäbchen oder Blumen. Eines stellt eine Kuh dar, die von einigen Kulturen in der Antike verehrt wurde. Antike Axtköpfe, Beile und Dolche. Die Zacken des oberen Beiles sollen Knochen darstellen. Die Herkunft der Dolche ist noch unklar. Es könnte sich dabei auch um Repliken handeln. Zwei Gefäße, möglicherweise aus Bronze

dop

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