Im Sommer 8700 neue Plätze 

Antrag von SPD und Grünen: Schanigärten in München soll es künftig jedes Jahr geben

Begeisterung auf dem Parkplatz: Die Schanigärten, hier vorm „Café Puck“ in der Maxvorstadt, sorgten für gute Laune. as

Die Schanigärten werden München dauerhaft erhalten bleiben. Grüne und SPD haben gestern einen Antrag gestellt, wonach die Verwaltung die Erweiterung der Freischankflächen in den warmen Monaten von Frühjahr bis Anfang August auch nach der Corona-Pandemie ermöglichen soll. Zuletzt hatte der Stadtrat lediglich eine Verlängerung bis Ende März 2021 beschlossen.

Wie berichtet, waren im Sommer etwa 8700 neue Plätze im Freien für Gaststätten geschaffen worden. Rund 900 Lokale hatten eine Erweiterung beantragt, dafür mussten 1037 Parkplätze im Stadtgebiet weichen. Hintergrund war, dass der Gastronomie wegen der anhaltenden Pandemie und der damit verbundenen Abstandsregeln Einnahmen wegbrechen.

Der grün-rote Vorstoß ist zwar mehrheitsfähig, dürfte aber auch Wasser auf die Mühlen der Opposition sein. Richard Progl (Bayernpartei) hatte im Plenum Ende März die Vermutung angestellt, dass durch den Wegfall der Stellflächen für die Gastronimie quasi durch die Hintertür der Parkraum neu aufgeteilt werden solle. Gabriele Neff (FDP) sagte damals: „Ich kenne das: Wenn es einmal eingeführt wurde, dann bleibt das auch so.“

SPD-Fraktionsvize Christian Vorländer sagte am Donnerstag: „Die Schanigärten sind eine Erfolgsgeschichte, die wir auch außerhalb der Corona-Pandemie fortsetzen werden. Die Münchner haben die zusätzlichen Freischankflächen sehr gut angenommen, Beschwerden gab es nur sehr wenige. Um den Gastronomen Planungssicherheit zu geben, wollen wir diesen Beschluss so bald wie möglich auf den Weg bringen.“

Von einer Erfolgsgeschichte spricht auch Grünen-Stadträtin Gudrun Lux. „Das Stadtbild ist ganz anders, die Straße wird ein Lebensraum. Der Erfolg zeigt, wie die Lebensqualität steigt, wenn wir öffentlichen Raum anders nutzen als fürs Abstellen von Autos.“ Viele Wirte hätten die Schankflächen vor ihren Lokalen mit viel Liebe zum Detail und oft auch mit hohem finanziellen Einsatz gestaltet. „Die kriegen mit unserem Antrag jetzt ein klares Signal von der Rathausmehrheit: Das ist keine Eintagsfliege!“, sagt Lux. „Wir wollen generell viel mehr Platz neu nutzen, der jetzt noch mit parkenden Autos blockiert ist.“

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