Aids-Gerüchte und Hundefutter-Gulasch

Anwalt: Die schmutzigsten Scheidungstricks

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Hermann Messmer zählt zu Münchens erfahrensten Scheidungsanwälten

München - Bei Scheidungen kämpfen die Menschen oft mit harten Bandagen. Von Aids-Gerüchten bis Hundefutter-Gulasch: Ein Anwalt schildert die schmutzigsten Tricks.

Wenn die heiße Liebe zwischen zwei Menschen erkaltet ist, dann kocht oft ganz schnell die Wut über – und verdampft zu blankem Hass. ImFall von Christine Neubauer (50) und Lambert Dinzinger (56) bleiben sich beide Ex-Partner nichts schuldig, sie fechten ihren Rosenkrieg öffentlich aus. Den neuesten Höhepunkt durfte (oder musste) München gerade erst miterleben, als sich Dinzinger bitterlich über die angeblichen Serien-Seitensprünge seiner Ex beklagte. Vor lauter Angst will er deshalb sogar einen Aids-Test gemacht haben. „Solche Reaktionen kommen öfter vor“, sagt der erfahrene Anwalt Hermann Messmer, der mit seinem Partner Andreas Vitti in München eine Kanzlei betreibt. Er kennt das düstere Gefühls-Geflecht, das sich um viele Trennungen rankt: Geldgier, Lügen, Verleumdungen – für die tz schildert Messmer die schmutzigsten Scheidungstricks.

Andreas Beez

Es gibt verliebte Menschen, die sehen das Leben wie durch eine rosarote Brille. Hermann Messmer trägt keine – von Berufs wegen. Besser würde dem schlachterprobten Anwalt einer dieser Blauhelme der UN-Friedenstruppen stehen, denn er hat in seiner jahrzehntelangen Laufbahn unzählige Trennungsscharmützel erlebt. Messmers Bilanz: „Bei Scheidungsverfahren schaut man manchmal in menschliche Abgründe.“

Für viele Auseinandersetzungen gebe es nur ein treffendes Wort: „Krieg! Man kann kaum glauben, was der Hass aus Menschen macht.“ Für die tz nennt Messmer die schmutzigsten Beispiele aus diversen Rosenkriegen:

Missbrauchs-Vorwürfe: „Das Mieseste ist, wenn eine Frau zu Unrecht behauptet, ihr Mann habe ein Kind missbraucht. Selbst wenn sich hinterher seine Unschuld herausstellt – es bleibt immer etwas hängen.“

Aids-Gerüchte: Ein wütender Mann erzählte in der Firma seiner Frau fälschlicherweise herum, sie habe sich beim Fremdgehen Aids eingefangen.

Hetzanrufe beim Chef: Eine Frau rief den Chef ihres Mannes an: „Er hat eine falsche Krankmeldung abgegeben und sich in Wahrheit mit seiner Geliebten vergnügt.“

Gulasch aus Hundefutter: Um sich an ihrem Göttergatten zu rächen, bereitete ihm die betrogene Ehefrau mehrfach ein besonderes Abendessen zu: Gulasch aus Hundefutter.

Petzen beim Finanzamt: „Geheime Auslandskonten kommen längst nicht nur durch Steuer-CDs ans Licht“, weiß Messmer, „schon in mehreren Fällen sind vermögende Männer und Frauen von ihren Ex-Partnern beim Finanzamt oder bei der Justiz angeschwärzt worden. Da wurde der Staatsanwalt zum Scheidungshelfer.“

Hund vom Herrchen eingeschläfert: Während ein Mann im Urlaub war, ließ die Noch-Frau seinen geliebten Hund einschläfern. Begründung: Das Tier sei so aggressiv gewesen.

Briefe oder Geschenke vom Papa verschwinden lassen: „Es kommt vor, dass Mütter Briefe oder Geschenke vom Vater nicht ans Kind weitergeben, seine Anrufe verschweigen“, berichtet Messmer. „Wenn das Kind nach seinem Papa fragt, sagen diese Mütter dann: Er interessiert sich nicht für dich!“

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