Ehefrau soll Anwalt mit Mafia gedroht haben

München - Am Anfang standen Liebe und eine Hochzeit in Las Vegas, am Ende angeblich düstere Drohungen mit der Mafia und ein Rechtsstreit um ein Millionenvermögen.

Seit Montag befasst sich das Oberlandesgericht München mit dem Fall. Ein Münchner Anwalt behauptet, dass ihn seine Noch-Ehefrau und ihr Adoptivvater durch Drohungen mit Mafiaverbindungen um Immobilien, Wertsachen und Bargeld erpresst habe.

„Ich hatte Angst“, sagte der 44 Jahre alte Spezialist für IT-Recht. Beklagter ist im Prozess der Adoptivvater, ein ehemaliger Ministerialrat der bayerischen Staatskanzlei, der den Erpressungsvorwurf vor Gericht zurückwies. Der Anwalt will die Sicherstellung von Antiquitäten und Möbeln erwirken, die der 54-jährige Frühpensionär von seiner Adoptivtochter geschenkt bekommen habe. Ein entsprechendes Verfahren gegen die 32 Jahre alte Ehefrau ist bereits rechtskräftig abgeschlossen - weitgehend zuungunsten des Klägers.

Der Anwalt und die Frau hatten 2008 im amerikanischen Spielerparadies Las Vegas geheiratet. „In allen Farben und unglaublich plastisch“ habe ihm die Frau ihre Herkunft aus einem alten italienischen Fürstengeschlecht ausgemalt, dessen Chef ein Großonkel sei. Dieser wolle sie zur Ehe mit einem ungeliebten Aristokraten zwingen, der Anwalt könne sie mit einem Heiratsantrag retten. „Ich war verliebt, vielleicht hatte ich in dieser Phase die rosarote Brille auf“, sagte der Kläger.

Nach Heirat hat Erpressung begonnen

Nach der Heirat habe dann die Erpressung begonnen. Das Druckmittel seien die angeblichen Mafia-Kontakte der Familie gewesen. Wenn er nicht spure, müsse sich seine Frau von ihm trennen, und er wisse ja, was das bedeute. In der Familie gebe es keine Scheidung. Der Anwalt dachte nach eigenen Worten an die „vielen Mafia-Morde in Italien“ und überschrieb seiner Frau die rund 2,4 Millionen Euro teure Eigentumswohnung samt Inventar, auch verzichtete er zu ihren Gunsten notariell auf sein Erbrecht. Ferner zahlte er in 96 Beträgen insgesamt 650 000 Euro. „Ich lebe jetzt von Hartz IV“, klagte der 44-Jährige am Rande der Sitzung.

„Es gab keine Täuschung und keine Erpressung“, sagte dagegen der Beklagte ehemalige Ministerialrat vor Gericht. Die Vermögenswerte habe der Anwalt seiner Adoptivtochter überschrieben, nachdem er sie nur drei Monate nach der Hochzeit mit seiner Sekretärin betrog.

dpa

Rubriklistenbild: © Haag

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