Ein Opfer heiratete ihn sogar

Falle beim Couchsurfing: Anwalt stellte mit Frauen Abartiges an

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Will nicht erkannt werden: Der Angeklagte Daniel K. verbirgt sein Gesicht vor Gericht unter einer Kapuze und hinter einem Ordner.

Ein Anwalt soll mehrere Couchsurfer in seiner Wohnung vergewaltigt haben. Offenbar kamen auch Beruhigungsmittel zum Einsatz. Nun steht der Mann vor Gericht - und auch seiner Frau gegenüber.

München - Früher Top-Anwalt, heute Angeklagter! „Es tut mir so leid“, jammerte Daniel K. (40) am Dienstag vor dem Landgericht und legte ein Geständnis ab: Im Sommer 2015 vergewaltigte er zwei Frauen in seiner Wohnung im Westend. Über das Internet hatte er die Touristinnen eingeladen, mit Tabletten betäubt und dann missbraucht. Die Übergriffe filmte er mit einer Kamera, die an einem Babyfon installiert waren.

„Ich war einsam“, sagte Daniel K. aus und räumte alle Anklage-Vorwürfe ein. Im Jahr 2014 sei eine langjährige Beziehung zerbrochen, über Bekannte habe er dann vom sogenannten Couchsurfing erfahren: Touristen nutzen diese Art des Reisen, um kostenlos übernachten zu können - auf dem Sofa aufgeschlossener Gastgeber.

Angeklagter wollte sich beim Geschlechtsverkehr abreagieren

„Ich lud vorwiegend junge Frauen ein“, sagte K. Mit einigen hatte er Geschlechtsverkehr, einmal entwickelte sich eine Beziehung, die aber scheiterte. Und der Anwalt geriet in eine Krise, als sein Förderer in der Kanzlei bei einem Unfall starb. K. begann zu trinken und arbeitete bis zu 50 Stunden am Stück. Beim Sex wollte er sich abreagieren. „Ihm ausgelieferte Frauen erregten den Angeklagten“, sagte Psychiater Norbert Nedopil, der Daniel K. untersucht hatte. Der verabreichte den Frauen (25 und 26) das Beruhigungsmittel Tavor. Als sie wehrlos waren, führte er Obst und Dildos in sie ein und vergewaltigte sie bis zu vier Mal.

Den Frauen fehlte jede Erinnerung, morgens erwachten sie mit Brechreiz - eine Folge der Nebenwirkungen. K. kümmerte sich um sie. Kurios: Anna P. (Name geändert) verliebte sich in den Vergewaltiger und heiratete ihn. Er flog auf, als ein weiterer Gast die Kamera im Gästezimmer bemerkte und Anzeige erstattete. In der Wohnung fand die Polizei 2048 Kinderpornos und 30.508 Sex-Fotos! „Ich bereue das zutiefst“, sagte Daniel K. Er trägt noch den Ehering. Donnerstag sagen die Frauen aus.

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Andreas Thieme

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