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Anwohner kämpfen für ihren Supermarkt

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"Edeka soll bleiben": Ältere Kunden demonstrieren für den Erhalt des gut erreichbaren Lebensmittelladens in Sendling
"Edeka soll bleiben": Ältere Kunden demonstrieren für den Erhalt des gut erreichbaren Lebensmittelladens in Sendling © Uwe Westhagen

Riesen-Aufregung am Harras (Sendling): Die Anwohner gehen auf die Barrikaden, weil am Jahresende die Schließung ihres Edeka-Ladens droht.

Mit Plakaten haben sie jetzt vor dem Geschäft demonstriert. „Wir brauchen unseren Laden“, war unter anderem zu lesen. Die Lage ist ernst: Um Fristen einzuhalten, musste Marktleiter Rudolf Heinz bereits allen 50 Edeka-Mitarbeitern kündigen. Ihm selbst droht die Insolvenz.

Hintergrund ist ein Streit um den Mietvertrag zwischen Edeka-Südbayern und dem Vermieter, der Ernst J. Henne Baiträger KG. Der aktuelle Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Seit elf Monaten verhandeln die Parteien ergebnislos über einen Anschlussvertrag. Das Unwissen darüber, wie es weitergeht, macht nicht nur den Edeka-Mitarbeitern, sondern vor allem älteren Anwohnern zu schaffen. Menschen wie Uwe Westhagen, die behindert sind, können keine langen Wege zu anderen Lebensmittelläden zurücklegen. „500 Meter für einen 65-Jährigen könnten sehr mühsam sein.“ Vor allem, wenn man schwer zu tragen hat „und dann bergauf gehen muss“ — vom Penny Richtung Harras etwa, klagt eine ältere Frau.

Der Edeka am Harras ist ein gut erreichbares Lebensmittelgeschäft mit Produkten für den täglichen Bedarf. „Hier gibt es frisches Obst und Gemüse, das ich woanders nur abgepackt bekomme“, lobt eine Anwohnerin. „Und der Edeka ist halt so zentral.“ Auf den 2200 Quadratmetern auf drei Etagen finden sich auch Haushaltswaren, Textilien, Schreib- und Spielwaren sowie Heimwerkerartikel.

Edeka hält an dem Standort fest. Der Branchenriese kommt aber auf keinen grünen Zweig mit dem Vermieter. „Wir sind Edeka in fast allen Punkten entgegengekommen, etwa bei der Länge des Vertrags. Jetzt müssen sie uns entgegenkommen“, fordert der Vermieter, der mittlerweile auch mit anderen Einzelhandelsketten im Gespräch ist. Edeka Südbayern erklärt lediglich, dass die Gespräche eben noch andauern. Marktleiter Rudolf Heinz: „Wir sind immer wieder vertröstet worden. Wenn der Laden schließt, muss ich Insolvenz anmelden – und als Hausmeister bei meinem Sohn arbeiten.“

Der Vorsitzende des Sendlinger Bezirksausschusses (BA), Günter Pelkowski, hat mit beiden Parteien geredet. Der BA wolle alles möglich tun, um die „Einkaufsmöglichkeiten im Vollsortimenter zu erhalten“. Das hoffen die Anwohner sehr.

Dorothea Treder

Quelle: tz

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