Nun soll es ausgebaut werden

Arbeitsprogramm für Flüchtlinge: Ein großer Erfolg

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Flüchtling Mohammed Shazad an einer CNC-Fräse.

München - Das Projekt „Integration durch Arbeit“ (IdA) ist eine kleine Erfolgsgeschichte. Bayernweit werden in diesem Programm etwa 100 Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt fit gemacht.

Getragen wird das Projekt zu zwei Dritteln von der Bundesagentur für Arbeit (BA) und zu einem Drittel von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Den Sprachkurs zu Beginn des Kurses fördert die Staatsregierung.

Die Organisatoren sind dermaßen zufrieden mit dem Programm, dass sie die Zahl der Plätze jetzt von 100 auf 1000 aufstocken wollen. Allerdings macht BA-Regionaldirektions-Chef Markus Schmitz klar: „Wir haben hier einen Marathon vor uns, nicht einen Sprint.“ Wer nur auf schnelle Erfolge setze, müsse sich in Geduld üben. Grundvorraussetzung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt sei der Spracherwerb. „Aber wir haben einen kerngesunden und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt“, fügt Schmitz hinzu.

Einer der Kursteilnehmer ist Mohammed Shahzad. Der 35-Jährige war 1999 nach Libyen ausgewandert und hatte dort als Schreiner, aber auch als Goldschmied und Fliesenleger gearbeitet. Doch in dem zerfallenden Staat herrscht Bürgerkrieg – vor dem ist Shazad nach Deutschland geflohen. „Bis vor kurzem habe ich überhaupt kein Wort Deutsch gesprochen“, erzählt er der tz. Im Juni hatte er mit einem Sprachkurs des IdA-Programms begonnen – mittlerweile versteht er fast alles und kann sich gut ausdrücken. Auch sein Ausbilder in der Metallwerkstatt des Beruflichen Forbildungszentrums lobt die rasche Auffassungsgabe des Pakistaners. Seine Aussichten, nach dem Ende des Programms im Februar einen Job zu bekommen stehen gut. „Derzeit absolviere ich ein Praktikum in einer Schreinerei, hoffentlich kann ich dort ab dem Frühjahr weiter arbeiten“, sagt Shazad.

Flüchtling Maryam Mirzai aus Pakistan

Auch die 38-jährige Maryam Mirzai ist aus Pakistan nach Deutschland gekommen. Sie gehört der religiösen und ethnischen Minderheit der Hazara an. Die Mitglieder der schiitischen Volksgruppe werden im sunnitischen Pakistan verfolgt, 1300 sind Mordanschlägen zum Opfer gefallen – so auch Mirzais Bruder und Onkel. Über den Iran, die Türkei, Griechenland und dann den Westbalkan ist sie 2014 nach Deutschland gekommen – mit ihrem Mann und ihren drei Kindern. Der Große geht in die neunte Klasse einer Mittelschule und will Handwerker werden – die 14-jährige Tochter und der zehnjährige Sohn besuchen ein Gymnasium. Maryam Mirzai hat nach dem Sprachkurs ein Praktikum bei den Schön-Kliniken gemacht und will im kommenden Januar noch ein weiteres Praktikum als Krankenschwester anhängen. Ihr Traum: eine Ausbildung als Krankenschwester nach dem Ende ihrer Zeit im Beruflichen Fortbildungszentrum.

Marc Kniepkamp

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