Mitbewohner erschossen

Der Armbrust-Killer vom Einödhof

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Todesschütze Georg G. versteckt sich hinter einem Ordner

München - Mit einem Armbrustpfeil in der Brust ist Daniel M. auf einem Einödhof in Wessobrunn gestorben. Der Todesschütze Georg G. steht jetzt wegen Mordes vor dem Schwurgericht München II.

Der Zeugin kommen die Tränen. „Ich habe gesehen, wie der Schuss in Daniels Herz gegangen ist“, berichtet Katharina M. (25) vor Gericht. Sie nahm ihren Freund Daniel M. (32) in den Arm, flehte ihn an: „Bitte bleibe bei mir!“ Mit einem Armbrustpfeil in der Brust starb er in ihren Armen. Der Todesschütze Georg G. (32) steht jetzt wegen Mordes vor dem Schwurgericht München II.

Der Einödhof in Wessobrunn

Der Einödhof in Wessobrunn (Kreis Weilheim-Schongau), auf dem sich das tödliche Drama am 13. Januar abspielte, könnte als Filmkulisse dienen. Pflanzen ranken um das Mauerwerk, von dem der Putz bröckelt. Der Drogenabhängige Georg G. hat diesen Hof samt riesigem Wald geerbt. Er ließ das Anwesen vergammeln und veranstaltete rauschende Partys. Es wurde viel getrunken und Rauschgift konsumiert.

„Georg ist froh gewesen, dass Daniel und ich Renovierungsarbeiten im Haupthaus gemacht haben“, erzählt Katharina M. Die beiden waren im Oktober 2012 eingezogen. Sie hatte aber Angst, weil Georg G. öfter mit einer Armbrust herumfuchtelte.

Daniel M. wurde am 13. Januar auf dem Einödhof erschossen

Am 12. Januar wurde wieder eine Party gefeiert. Manche Gäste blieben über Nacht und saßen morgens lachend am Küchentisch, als Georg G. schlecht gelaunt die Treppe runterkam. „Er hat die Kaffeekanne auf die Herdplatte geknallt“, berichtet die Zeugin. Dann habe er geschrien: „Verpisst Euch!“

Bis auf Daniel und Katharina verschwanden alle eilig. Plötzlich zielte Georg G. mit der gespannten Armbrust, die mit einem scharfen Jagdpfeil geladen war, auf Daniel. Staatsanwalt Konrad Veitenhansl: „Er forderte ihn auf, wegzurennen, da ihm so das Jagen mehr Spaß mache.“ Daniel, der keine Chance zur Flucht sah, blieb aber stehen. Da drückte der Täter ab! Daniel lief noch einige Schritte, ehe er zusammenbrach. Georg G. hob einen schweren Stein auf, um den Sterbenden zu erschlagen. Dies konnte Katharina noch verhindern.

Der Täter schweigt. Den tödlichen Schuss gibt er per Anwaltserklärung aber zu. Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

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