Praxis durchsucht

Arzt in München hortet 700 Waffen

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Diese Waffen hat der Arzt in München gehortet.

München - Per Zufall hat die Polizei bei einem Münchner Arzt ein Waffennest ausgehoben. Er hat rund 700 Waffen gehortet. Die Begründung dafür ist kurios.

Wie die Polizei jetzt bekannt gibt, wurden am 20. September die Praxisräume sowie die privaten Räume eines in München niedergelassenen 66-jährigen Arztes aufgrund richterlichen Beschlusses durchsucht. Die Regierung von Oberbayern hatte Unregelmäßigkeiten im Praxisbetrieb der Staatsanwaltschaft München I mitgeteilt. Im Rahmen der anfänglichen Ermittlungen konnte der Verdacht von vier Straftaten im Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit begründet werden.

Bei einer Durchsuchungsaktion mit Unterstützung des Gesundheitsamtes konnten relevante Beweismittel für den bislang bestehenden Tatverdacht gesichert werden. Darüber hinaus konnten aber auch massive Verstöße gegen das Waffengesetz festgestellt werden: Es wurden etwa 400 Schusswaffen, nebst umfangreicher Munition aufgefunden, wobei der Tatverdächtige als Waffensammler lediglich den Besitz von 259 Schusswaffen angemeldet hatte. Ein Teil der Waffen und der Munition war nicht ordnungsgemäß aufbewahrt und für dritte Personen zugänglich. Die Schusswaffen und die Munition, die sich sowohl in den privaten Räumlichkeiten als auch in der Praxis und dem Keller der Praxis befanden, wurden sichergestellt.

Der Tatverdächtige gab am 24. September dann freiwillig seine Approbation zurück. Ebenfalls am 24. September offenbarte der Beschuldigte ein Versteck mit weiteren illegalen Schusswaffen. Das Versteck wurde daraufhin durchsucht. Dort wurden knapp 300 Schusswaffen, überwiegend Langwaffen, sichergestellt. Ein Teil der Langwaffen waren augenscheinlich vollautomatische Schusswaffen, von denen nach einer ersten Auswertung 23 unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. Der Beschuldigte räumte die Vorwürfe im Zusammenhang mit den Waffen ein und begründete den Besitz derart vieler Waffen mit seiner Sammelleidenschaft.

Wegen der Verstöße gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz erging Haftbefehl, der jedoch aufgrund der Kooperation des Beschuldigten und seines straffreien Vorlebens außer Vollzug gesetzt wurde. Es gibt derzeit keinerlei Erkenntnisse dazu, dass der Beschuldigte die Waffen benutzte. Die Auswertung sämtlicher sichergestellter Beweismittel wird aufgrund des Umfanges einige Monate in Anspruch nehmen. Die Ermittlungen dauern an.

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