Asbest-Alarm in der Ludwigskirche

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Die Türme der Ludwigskirche in München.

München - Die Ludwigskirche bleibt gesperrt. Bei der Sanierung haben die Experten Asbest unterm Putz gefunden, der sich schwerer als gedacht entfernen lässt.

 „Wir haben eine böse Überraschung erlebt“, sagt Pfarrer Ulrich Babinsky. Eigentlich hätte das Gotteshaus an der Ludwigstraße bald wieder öffnen sollen, jetzt bleibt es bis Palmsonntag 2010 dicht. Die Uni-Kirche gilt auch als Touristenattraktion: Darin befindet sich das zweitgrößte Wandgemälde der Welt – „Das jüngste Gericht“ von Peter von Cornelius aus 1836.

Nur Experten mit Schutzanzügen und Atemmasken dürfen die Kirche noch betreten. Die Gefahrenstellen sind abgeschirmt, dort herrscht permanent Unterdruck. Eine Spezialfirma hat Röhren und Maschinen aufgebaut, die den Asbest absaugen. Für die Gläubigen habe zuvor aber keine Gefahr bestanden, sagt Pfarrer Babinsky, weil der Schadstoff unter Putz lag. Messungen hätten kein Asbest in der Luft angezeigt. Jetzt aber droht der Putz zu bröckeln …

München, seine Straßen, ihre Namen

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Die Ludwigskirche wird zur Großbaustelle: Im Sommer erst ist das neue Mosaik-Dach fertig geworden. Bereits vor eineinhalb Jahren waren Blasen im Putz an der Decke entdeckt worden, Stücke bröckelten herab. Die Kirche ließ mehrere Gerüste und Netze aufstellen. Im Rahmen der Sanierung sollte auch der Asbest in den Wänden weg, der beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetragen worden war – auf 900 Quadratmetern. Seit Juli war die Kirche dicht.

Jetzt entdeckten die Experten, dass der gefährliche Stoff fest auf einer Art Teer auf dem Gemäuer klebt. Die Erzdiözese kostet die Sanierung 1,7 Millionen Euro. Pfarrer Babinsky freut sich schon auf Ostern: „Wir sind heilfroh, dass dann unsere Decken sicher und die Wände frei von Schadstoffen sind.“ So lange muss sich die Gemeinde mit dem Pfarrsaal behelfen, der aber mit Altar wie eine kleine Kirche eingerichtet ist.

dac

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