Brautmoden-Geschäft stellt sich quer

Fiese Begründung: Verweigerter Umtausch landet vor Gericht

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Das Corpus Delicti.

Eigentlich wollte Anna P. nur ein Kleid umtauschen, das am Reißverschluss kaputt gegangen war. Das Brautmoden-Geschäft weigerte sich allerdings - und lieferte eine unverschämte Begründung. 

449 Euro – so viel zahlte Anna P. (31, Name geändert), um bei der Hochzeit einer Freundin bezaubernd auszusehen. „Als ich das Kleid zuhause anzog, stand ich aber plötzlich nackt da“, sagt sie. Denn der Reißverschluss ging kaputt – und ließ sich nicht mehr reparieren.

Anna P. wollte das Kleid innerhalb der gesetzlichen Zwei-Wochen-Frist umtauschen, ein Brautmoden-Geschäft aus Aschheim-Dornach nahm es aber nicht zurück. Begründung: Die Kundin habe das Kleid schon getragen – und sei selbst schuld am Schaden. Womöglich habe sie sogar zugenommen und so sei der Reißverschluss gerissen.

„Das war schon dreist“, sagt Anna P., die auch auf einen Umtausch aus Kulanz gehofft hatte – denn das Geschäft, in dem sie gekauft hatte, kannte sie sogar aus dem Fernsehen. Doch beim Händler fand sie kein Gehör – und ließ ihren Ärger im Internet heraus. Bei Google und dem Bewertungsportal Yelp schrieb sie schlechte Bewertungen: Die Qualität des Kleids sei „mangelhaft“, die Geschäftspraktiken fand Anna P. „unverschämt“ – und riet, den Laden ganz zu meiden.

Deshalb kassierte sie eine Klage – und ließ die Kommentare löschen. Doch der Prozess ging danach noch weiter. Gestern verhandelte das Oberlandesgericht die Berufung und befand: Die Grenze der Schmähkritik sei nicht erreicht. Zur Not müsste ein Gutachter das Kleid beurteilen – das wollten die Beteiligten aber nicht und zogen ihre Anträge zurück. Aus Furcht um die Kosten! „Der Prozess hat mich jetzt schon 1700 Euro gekostet“, sagt Anna P. Mehr als ihr eigenes Brautkleid! „Ich heirate diesen Samstag“, sagt sie. Und will jetzt lieber Ehefrau sein – als wieder vor Gericht… 

Lesen Sie hier: Daniela Katzenberger macht Dornacher Braut-Ausstatterin berühmt.

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