Maibock-Anstich mit Django Asül in Bestform

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Finanzminister Georg Fahrenschon (l) und der Direktor der staatlichen Hofbräu, Michael Müller, stechen im Hofbräuhaus das erste Fass Maibock an. Der Maibock-Anstich gilt insgeheim als Gegenveranstaltung zum Starkbieranstich auf dem Nockherberg.

München - Der Maibock-Anstich im Hofbräuhaus steht seit einigen Jahren in Konkurrenz zum Starkbier-Anstich der Paulaner-Brauerei auf dem Nockherberg. Heuer war nach Einschätzung der anwesenden Politiker Maibock klarer Sieger.

Autsch! Das hat gesessen. Kabarettist Django Asül hat die Politiker beim gestrigen Maibock-Anstich im Hofbräuhaus ordentlich abgewatscht. Seit jeher steht der Maibock- Anstich im Schatten des Nockherbergs. Doch die Veranstaltung wird immer mehr zum Konkurrenten. Noch nie war die Besetzung zu hochkarätig wie in diesem Jahr: Zum ersten Mal war Ministerpräsident Horst Seehofer dabei! Mit einer ganzen Reihe an Kabinettsmitgliedern im Gepäck. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), Staatskanzleichef Marcel Huber, UmweltministerMarkusSöder, Familienministerin Christine Haderthauer, Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (alle CSU) – sie alle mussten ganz schön einstecken.

„Dem Söder kann der Atomausstieg gar nicht schnell genug gehen. Am liebsten würdest du die Brennstäbe doch eigenhändig in die Biotonne schmeißen“, feixte Asül. Auch Marcel Huber bekam sein Fett weg: „Leiter der Staatskanzlei ist der ideale Job für ihn. Er hat sich jahrzehntelang intensiv auf Seehofer vorbereitet – Staatsexamen für Tiermedizin, Leiter der Abteilung für Schweinegesundheitsdienst.“ Zu Bundesverbraucherministerin Aigner: „Die Ilse hat immer Zeit für kulinarische Tipps. Nach Fukushima hat sie gesagt: ,Keine Angst vor Sushi. Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass japanischer Fisch verstrahlt ist.‘ Sicherheitshalber hat die EU gleich die Strahlengrenzwerte hochgesetzt.“

Maibock-Anstich im TV:

Neugierig geworden? Der BR wiederholt den Maibock am Samstag, 7. Mai, ab 16 Uhr.

Bissig, treffsicher, spitzzüngig: Zumvierten Mal las Django Asül der Politik-Prominenz die Leviten. 2007 war der Niederbayer als Fastenprediger auf dem Nockherberg gefeuert und vom damaligen Finanzminister Erwin Huber für den Maibock engangiert worden. Dort durfte er spotten, wie er wollte. „Sein Programm ist nicht von uns korrigiert oder redigiert“, betonte Hofbräu-Sprecher Stefan Hempl. Ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Nockherberg. Hier gab es in den letzten Jahren viel Diskussion darüber, dass die Reden im Vorfeld teils abgestimmt und dadurch zu politikerfreundlich wurden.

Der Maibock tritt immer mehr aus dem Schatten des großen Bruders – das finden auch die derbleckten Politiker. „Django Asül war hinterfotzig, aber nicht verletzend. Vielleicht hat sich der Nockherberg zu schnell von ihm verabschiedet“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm. „Die Rede hat den Nockherberg übertroffen“, urteilte Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern. Ministerpräsident Horst Seehofer will im nächsten Jahr wiederkommen: „Das war das absolute Highlight in diesem Jahr!“

Die besten Sprüche 2011

■ Liebe SPD, wie wäre es mal mit einem Chef? Der Pronold strengt sich ja wirklich an. Aber er wirkt trotzdem immer wie einer, der im Planschbecken das Tiefseetauchen lernen will.

■ Wir sind schon durch mit dem Thema Freie Wähler. Mehr gibt’s ned. Wenn ich jetzt noch einen Satz über euch bringe, ist das schon mehr als die Summe eurer konstruktiven Beiträge im Landtag.

■ Angela Merkel hat gesagt: Eigentlich hat sie nie gesagt, dass deutsche Akws sicher sind. Sie hat nur gesagt: Sie ist sicher, dass das Akws sind.

■ Jetzt kommt die Migranten-Quote in der SPD. In Bayern 15 Prozent Ausländer in leitender Funktion! Da fragt mal den Hoeneß, ob so was funktioniert.

■ Das E10 ist ganz im Sinne des Verbrauchers. Man tut zehn Prozent Bioethanol in den Sprit rein – schon steigt der Verbrauch um zehn Prozent.

Christina Schmelzer

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