Asylsozialbetreuung

Für mehr Integration: Mehr Betreuer für Flüchtlinge

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Dorothee Schiwy ist Münchner Sozialreferentin.

München - Begleitung bei Behördengängen, Sprachkurse und Hilfe bei der Integration - das sind nur einige der Aufgaben von Asylsozialbetreuern - die Stadt München sichert diese Betreuung nun weiterhin – finanziert aus Eigenmitteln.

Gute Nachricht für Flüchtlinge – und für Einheimische: Die Stadt sichert die Asylsozialbetreuung dauerhaft. Im laufenden Jahr will sie zusätzlich 11,1 Millionen Euro ausgeben, ab 2017 jährlich 14,4 Millionen. Über ein Fördermodell des Freistaats könnten heuer bis zu 2,5 Millionen Euro in die Stadtkasse zurückfließen.

Wichtige Aufgaben für die Integration

Asylsozialbetreuer haben in den Unterkünften zentrale Aufgaben. Sie informieren Geflüchtete über ihre Rechte und Pflichten bei behördlichen Verfahren, machen soziale und kulturelle Angebote bekannt, organisieren Sprachkurse und Arztbesuche, erklären deutsche Werte, wirken in den Stadtteil, vermitteln Kinder in Kitas – alles zu Anfang, wenn das Asylverfahren läuft.

Im Sommer 2014, als die Bayernkaserne überfüllt war, genehmigte die Stadt erstmals einem Träger zusätzliche Stellen. „Dies war der Einstieg in die kommunale Kofinanzierung“, schreibt Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) im Beschluss, den der Sozialausschuss gestern fasste – „um den sozialen Frieden in den Stadtvierteln weiterhin zu sichern“.

Bis dato finanziert der Freistaat rund 70 Prozent der Personalkosten, den Rest tragen die Sozialverbände. Staatlicher Schlüssel: ein Betreuer für 150 Asylsuchende. Die Verbände monierten oft, dass dies nicht ausreiche. Im Frühjahr 2015 beschloss darum die Stadt ein neues Modell: für 100 Flüchtlinge ein Betreuer plus drei pädagogische Hilfskräfte.

Zuschüsse vom Freistaat

Seit dem Sommer 2015 ist München nun eine von sieben bayerischen Modellkommunen. Dieser Status ermöglicht es, dass die Stadt vom Freistaat Zuschüsse zu den Personalkosten bekommt. Jedoch sei der Förderungsanteil relativ gering, so Schiwy – und der Eigenanteil der Verbände wäre hoch. Also hat sich die Stadt verpflichtet, die übrigen Kosten selbst zu tragen. Dies gilt für Neueinstellungen an allen rund 50 kommunalen, den zehn staatlichen Standorten und in der Erstaufnahme.

Das Angebot nutzt auch Einheimischen

Gute Sozialbetreuung nütze vielen Seiten, sagte SPD-Stadtrat Christian Müller: Geflüchteten, Behörden, Einheimischen. Andrea Betz von der Inneren Mission begrüßte den Beschluss: „In den Unterkünften wird der Grundstein für eine gelungene Integration gelegt.“ Auch Norbert Huber von der Caritas betonte: „Das ist ein ganz großer Fortschritt.“

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