40.000 bei Atom-Aufstand auf dem Odeonsplatz

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40.000 Menschen kamen auf den Odeonsplatz

München - 40.000 Demonstranten haben sich am Samstag auf dem Odeonsplatz versammelt, um den sofortigen Atom-Ausstieg zu fordern. Der Rückblick.

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Münchner demonstrieren gegen Atomkraft

Die Turmuhr der Theatinerkirche zeigt 14.15 Uhr, als es auf dem Odeonsplatz und der Ludwigstraße bis hinter der Von-der-Tann-Straße still wird: 40 000 Menschen gedenken mit einer Schweigeminute der Katastrophenopfer in Japan. Um die gleiche Uhrzeit das gleiche Bild in Berlin, wo 100.000 Demonstranten dem Aufruf „Fukushima mahnt!“ gefolgt waren, ferner in Köln und in Hamburg, wo sich je rund 40.000 Atomkraftgegner versammelten. Eine eindrucksvolle Forderung der Bürger nach dem sofortigen Atom-Ausstieg.

Münchner und Demonstranten aus ganz Bayern ließen sich nicht von den schlechten Wetterprognosen abhalten – die sich prompt exakt um 14 Uhr bewahrheiten. Ordner dirigieren Mensche mit Transparenten, bemalten Gesichtern und sogar mitgebrachten grellgelb lackierten Tonnen mit Atommüll-Zeichen auf den Platz.

Tausende demonstrieren gegen Atomkraft

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„Abschalten! Abschalten!“, skandiert die Menge in Sprechchören, Rentner genauso wie die vielen Familien. Die Angst gerade der Jüngsten vor den Risiken der Atomkraft formuliert die 13-jährige Leonie. Spontan entschließt sich das Mädchen mit den gepunkteten Strumpfhosen, ihren Appell an die Politiker durchs Mikro zu sagen: „Wir Kinder bitten die Politiker um eine saubere Zukunft!“

Vertreter von Kirchen, Naturschutzverbänden und kernkraftkritischen Parteien halten sich nicht mit Bitten auf: Sie fordern den Ausstieg aus der Atompolitik ohne Wenn und Aber, zunächst das Abschalten der alten Meiler wie Isar 1. Abschalten oder Abwählen, so die Drohung einen Tag vor zwei Landtagswahlen.

IG-Metall-Vertreter Jürgen Wechsler stellt das Argument Arbeitsplätze als falsch dar: Es gehe um 6000 Stellen in der Atomwirtschaft, während der Bereich erneuerbare Energien jetzt schon 250 000 Jobs in Deutschland biete. „Das ist die Zukunft!“

Der Kabarettist Urban Priol steht förmlich unter Strom, als er die „schwarz-gelbe Schönwettercombo“ und insbesondere die Kanzlerin „Lady Gaga“ geißelt: „Frau Merkel fühlt sich an einem Tag verantwortlich für die Schöpfung, am nächsten für die Wertschöpfung.“

Etwa 700 Atomkraftgegner zogen im Anschluss zur Zentrale des Energie-Unternehmens E.ON in die Briennerstraße. Doch auch dort blieb es friedlich, wie die Polizei gestern lobte.

BW

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