Atom-Protest in München: Warum wir demonstrieren

München - Am Samstag werden bei der Anti-Atomkraft-Kundgebung in München zehntausende Demonstranten erwartet. Warum die Münchner auf die Straße gehen und was auf dem Odeonsplatz geplant ist:

Die Reaktorkatas­trophe nach dem Erdbeben in Japan war am Freitag hierzulande erstmals messbar – es wurden radioaktive Partikel in der Luft festgestellt. Am Samstagnachmittag aber soll die Berliner Regierung erstmals eine andere Folge des GAU sehr deutlich spüren: Die Deutschen sagen Nein zur Atomkraft. Wie in München sind auch in Hamburg, Berlin und Köln große Protestkundgebungen unter dem Titel „Fukushima mahnt!“ angesetzt. Das breite Bündnis Menschenkette hofft auf mehrere Zehntausend Teilnehmer allein bei der Münchner Veranstaltung auf dem Odeonsplatz. Beginn ist um 14 Uhr.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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Während sich die neue Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt, weiter für längere Laufzeiten der deutschen Meiler ausspricht und Wirtschaftsminister Brüderle das von Berlin verkündete Moratorium noch zweifelhafter macht, rufen Kirchen, Parteien, Verbände und Organisationen zum Aufstand gegen Atomkraft auf.

So forderte die Deutsche Bischofskonferenz einen schnellen Ausstieg, für die katholische Kirche spricht heute der Professor für christliche Sozialethik, Marcus Vogt. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche ist durch ihren Umweltbeauftragten Wolfgang Schürger vertreten.

Diese deutschen AKWs müssen sofort vom Netz

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Das möglicherweise durchwachsene Wetter ­sollte niemanden davon abhalten, seine Überzeugung auf der Straße kundzutun, findet Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann, der seine Genossen zur Teilnahme aufgerufen hat: „Hier können die Bayern zeigen, dass sie gegen eine Technologie sind, bei der alle Fragen ungelöst sind, von der Sicherheit bis zur Endlagerung.“

Das Programm:

13.30 Uhr, Musik: Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra

14 Uhr, Beginn: Statements der Kirchenvertreter;

14.15 Uhr, Musik: Azhar Kamal;

14.35 Uhr: Kabarett von Urban Priol;

15 Uhr: Bündnis für Atomausstieg Landshut;

15.08 Uhr, Musik: Missent to Denmark;

15.25 Uhr: Interviews mit atomkraftkritischen Parteienvertretern (alle außer CSU und FDP).

Warum wir demonstrieren:

Aus Mitgefühl

Ich gehe aus Mitgefühl mit den Opfern in Japan zur Demo. Und weil wir so vielleicht endlich wachgerüttelt werden. Atomkraftwerke gehören abgeschafft. Sie sind doch nur Dampfkraftwerke, das geht doch auch anders – ohne Atomspaltung. Rolf Lienhard (44), Feinmechaniker und Obsthändler, München

Gehört verboten

Ich war schon vor den Ereignissen in Japan gegen Atomkraft. Ich finde, das gehört völlig verboten in Deutschland. Nach dem Erdbeben hat man ja gesehen, was passieren kann. Ich werde gemeinsam mit meiner ganzen Familie auf die Anti-Atom-Demo am Odeonsplatz gehen. Katharina Wagner (19), Schülerin aus München

Es reicht mir!

Langsam reicht es mir wirklich mit dieser Bande in Berlin. Da muss was passieren. Ich werde auf jeden Fall versuchen, bei der Demo vorbei zu schauen, nur muss ich arbeiten. Mittags bin ich auf einem Termin in der Nähe vom Odeonsplatz, vielleicht schaffe ich es dann. John von Elbstetten (45), Finanzberater aus München

Umfrage: MAR/ Text: BW

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