Attacke mit Schlagstock und Spiritus

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Wolfgang H. vor Gericht: Gefahr für die Allgemeinheit?

München - Wolfgang H. hat einem Hausmeister mit einem Schlagstock auf den Schädel geschlagen und ihn mit Spiritus überschüttet. Letzteres sei ein "Versehen" gewesen, behauptete er nun vor Gericht.

Ein Funke hätte genügt, und Hausmeister Christos B. (66) hätte einen qualvollen Flammentod erleiden müssen! Wolfgang H. (46), Mieter im gleichen Haus in der Westendstraße, hatte ihm mit einem Schlagstock auf den Schädel geschlagen und ihn anschließend mit Brennspiritus überschüttet. Das Feuerzeug hatte der Täter schon in der Hand! Wegen versuchten Mordes muss sich der Frührentner jetzt vor der 2. Strafkammer des Landgerichts verantworten.

Christos B. dachte an nichts Böses, als Wolfgang H. am 19. Dezember 2011 an seiner Haustür klingelte. „Ich habe ihn gefragt, was er will“, sagt der 66-Jährige. Und: „Er hat ohne Antwort mir mit einem Stock auf den Kopf geschlagen.“

Staatsanwalt Benjamin Lenhart: „Hierdurch wollte der Beschuldigte dem Geschädigten jede effektive Möglichkeit der Verteidigung nehmen.“ Der Hausmeister stürzte jedoch nicht, sondern versuchte sich zu wehren. „Anschließend gelang es dem Beschuldigten noch, den vollkommen überraschten Geschädigten mit Bioethanol zu überschütten“, so die Anklage. Ein Glück, dass Nachbar Walter K. (51) eingriff, und den Täter rechtzeitig überwältigte.

Wolfgang H. behauptet vor Gericht, er habe sein Opfer lediglich verprügeln wollen, weil er sich vom Hausmeister drangsaliert gefühlt habe. Und der Spiritus? Auf die Frage des Vorsitzenden Norbert Riedmann sagt der Beschuldigte, das sei ein „Versehen“ gewesen. Beim Prozess geht es um die Einweisung in die Psychiatrie. Der Alkoholiker stellt nach Ansicht des Staatsanwalts eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Eberhard Unfried

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