Attentäterin von Schwabing leidet an Verfolgungswahn

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Tatort Schwabing: In diesem Haus wohnte Katja S. (42)

München - Die Attentäterin von Schwabing ist am Montag in die Forensische Abteilung des Isar-Amper-Klinikums eingewiesen worden. Sie leidet an massivem Verfolgungswahn.

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Sie legt eine Überheblichkeit an den Tag, dass man nur noch staunen kann: Einen Tag nach der dramatischen Messerattacke einer psychisch kranken Frau in Schwabing wurde die Täterin am Montag per Unterbringungsbefehl in die Forensische Abteilung des Isar-Amper-Klinikums in Taufkirchen/Vils eingewiesen. Katja S. (42) leidet an massivem Verfolgungswahn. In diesem Zustand griff sie am Sonntag um 10.30 Uhr in der Elisabeth­straße zwei Nachbarn und eine Joggerin (45) an. Ob der extreme Ausraster etwas mit ihrem Geburtstag zu tun hatte, ist noch unklar. Katja S. ist am Sonntag 42 Jahre alt geworden.

Frau läuft mit Messer Amok - Bilder vom Tatort

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Opfer Alexander M. (50) drohte zu verbluten

Das erste Opfer wurde Nachbar Alexander M. (50), den Katja S. auf dem Weg vom Waschkeller abpasste und dem sie blitzschnell zwei tiefe, heftig blutende Stichwunden am linken Arm zufügt. Aufgeschreckt vom Lärm im Treppenhaus kam der Nachbar (60) aus dem ersten Stock aus seiner Wohnung. Ihn stach Katja S. in den Hals. Eine Joggerin sah die mit Jogging-Anzug und Lederhandschuhen bekleidete Frau kurz darauf am Straßenrand. Auch sie wurde urplötzlich angegriffen und mit einem Schnitt am Kinn verletzt. Dann rannte die Verwirrte auf die Weinbar Backerl am Elisabethplatz zu. Wirtesohn Henrik S. hielt die Tür zu. Da dreht die Frau ab und wurde von Polizisten mit Pfefferspray überwältigt.

Die drei Verletzten haben inzwischen alle die Klinik wieder verlassen. Katja S. bewohnte seit Jahren eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Elisabethstraße. Die stopfte sie randvoll mit Nippes, Büchern, Hausrat. Die Nachbarn hielten sie zwar für etwas wunderlich, aber harmlos. Bei der ersten Vernehmung bei der Mordkommission bestand Katja S. darauf, nur von Beamten mit Abitur vernommen zu werden. Ein passender Beamter war rasch gefunden. Da sagte sie: „Das glaube ich Ihnen nicht.“ Stattdessen empfahl sie der ganzen Mordkommission, regelmäßig zum Psychiater zu gehen – so wie sie.

Dorita Plange

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